Verteidigung : Frankreich lieferte Munition an Tschad

Die französische Regierung bestätigt die Munitionslieferung an den Tschad im Kampf gegen die Rebellen. Der französische Verteidungsminister verweist auf vertragliche Verpflichtungen und bestreitet eine direkte Teilnahme an den Kämpfen.

ParisDie französische Regierung bestätigt erstmals die Munitionslieferung an den Tschad.  Während der Rebellenoffensive gegen den tschadischen Präsidenten Idriss Deby hat Frankreich Munition an die Regierungstruppen des zentralafrikanischen Landes geliefert.  Die französische Armee hat am Transport der für die Streitkräfte des Tschads bestimmten Munition "mitgewirkt", sagte ein Sprecher des französischen Verteidigungsministeriums. Über Art und Menge machte er keine Angaben. Verschiedene Medien berichten jedoch, dass es sich um 16 Tonnen Munition handelt. Nach Einschätzung des Ministeriums könnte auch Libyen die Lieferung unterstützt haben, da wegen der Evakuierung der tschadischen Hauptstadt N'Djamena mehrere libysche Flugzeuge zwischen den beiden Nachbarländern hin- und herflogen. Sie sollten die libyschen Staatsangehörigen aus dem Tschad holen.

Frankreich: Lediglich Pflichten erfüllt
 
Die französische Armee hat "nicht direkt an den Kämpfen teilgenommen", sagte Verteidigungsminister Hervé Morin. Frankreich habe lediglich seine Verpflichtungen aus einem Kooperationsabkommen zur technischen Militärhilfe mit dem Tschad erfüllt. Dieses bezieht sich auf Logistik und medizinische Versorgung. Nach französischer Lesart bezieht dies auch die Lieferung von Munition ein. Die französischen Soldaten hätten sich nur verteidigt, wenn sie angegriffen worden wären oder die Sicherheit von Ausländern gefährdet gewesen wäre, die von ihnen aus N'Djamena gebracht wurden, sagte Morin. Dazu hat auch die Verteidigung des Flughafens der Hauptstadt gehört. (tbe/AFP/dpa)

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