Politik : Verteidigung: Kein Beweis gegen Taylor

Nairobi/Den Haag - Im Prozess gegen den ehemaligen liberianischen Präsidenten Charles Taylor haben dessen Anwälte wegen Mangels an Beweisen auf Freispruch plädiert. In ihrem Schlusswort vor dem UN-Sondertribunal Sierra Leone in Den Haag griffen die Anwälte die Anklagevertreter scharf an. Die Staatsanwaltschaft habe in vielen Punkten keine unangreifbaren Beweise liefern können. Taylor muss sich in dem seit drei Jahren laufenden Verfahren in elf Anklagepunkten verantworten, unter anderem wegen Mordes, Vergewaltigung und des Einsatzes von Kindersoldaten. Mit Geld aus dem Verkauf sogenannter Blutdiamanten soll er im Nachbarland Sierra Leone die Bewaffnung und den Kampf der Rebellen der Vereinten Revolutionären Front (RUF) finanziert haben. Das Urteil gegen Taylor wird für Freitag erwartet.

Die RUF beging während des zehnjährigen Bürgerkriegs in dem westafrikanischen Land zahlreiche Gräueltaten an der Zivilbevölkerung. Unter anderem wurden Dorfbewohnern Arme und Beine abgehackt. Nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen wurde ein Drittel der Frauen und Mädchen in Sierra Leone während des Konflikts Opfer einer Vergewaltigung. dpa

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