Verteidigungsbündnis : Sarkozy kündigt Rückkehr Frankreichs in Nato an

Frankreich will nach mehr als 40 Jahren seine Sonderrolle in der Nato aufgeben. Mit der Rückkehr in die Kommandostruktur wolle Frankreich seinen Einfluss auf das Verteidigungsbündnis stärken, sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy.

ParisSarkozy will seine Entscheidung den Alliierten in Kürze schriftlich mitteilen. Das französische Parlament soll in der kommenden Woche darüber beraten. Anfang April soll der Schritt Frankreichs auf dem Nato-Gipfel in Straßburg und Kehl dann feierlich bekannt gegeben werden.

"Frankreich will mitbestimmen, anstatt nur hinzunehmen", sagte Sarkozy. Es sei nicht akzeptabel, dass Frankreich seine Soldaten zu Nato-Einsätzen schicke, ohne sich an den Gremien zu beteiligen, die das Ziel der Einsätze festlegten. Die Rückkehr in die Kommandostruktur der Nato sei Teil eines längeren Prozesses, den bereits seine Amtsvorgänger eingeleitet hätten, sagte Sarkozy. "Der Moment ist gekommen, die Situation zu ändern, es ist im Interesse Frankreichs und Europas", fügte er hinzu.

"Die Annäherung Frankreichs an die Nato ist ein wichtiges Element der französisch-deutschen Freundschaft", betonte Sarkozy. Sie stehe zudem im engen Zusammenhang mit dem Aufbau der europäischen Verteidigung. Dabei werde Frankreich seine Unabhängigkeit als Atommacht jedoch nicht aufgeben, sagte Sarkozy. "Die nukleare Abschreckung lässt sich nicht teilen", betonte er. (imo/dpa)

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