Verteidigungsministerin : Von der Leyen will familienfreundliche Bundeswehr

Schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf - diese Klage gibt es nicht nur in Unternehmen, sondern auch in der Bundeswehr. Die neue Verteidigungsministerin will das ändern, wie sie nun in einem Interview ankündigte. Unter anderem will sie sich für mehr Kinderbetreuung in Kasernen einsetzen.

Ursula von der Leyen will künftig mehr Kinderbetreuung in Kasernen.
Ursula von der Leyen will künftig mehr Kinderbetreuung in Kasernen.Foto: dpa

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die Bundeswehr zu einem familienfreundlichen Unternehmen umbauen. „Mein Ziel ist es, die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland zu machen. Das wichtigste Thema ist dabei die Vereinbarkeit von Dienst und Familie,“ sagte die CDU-Politikerin der „Bild am Sonntag“.

Die Truppe müsse Dienst- und Familienzeiten besser aufeinander abstimmen. „Unsere Soldatinnen und Soldaten lieben ihren Beruf, aber sie möchten auch, dass ihre Ehen halten und sie ein glückliches Familienleben führen.“ Die familienunfreundlichen Bedingungen in der Bundeswehr sind ein häufiger Kritikpunkt von Soldaten.

Teilzeit für Soldaten

Künftig sollen diese nach dem Willen der Ministerin ganz selbstverständlich Teilzeitmöglichkeiten nutzen können: „Wer etwa in der Familienphase die Option einer Drei- oder Viertagewoche nutzt, muss weiter Karriereperspektiven haben. Ich denke auch an Lebensarbeitszeitkonten, auf die Überstunden eingezahlt werden und von denen Freizeiten abgehoben werden können, sei es für die Betreuung von kleinen Kindern oder alter Eltern.“

Ursula von der Leyen in Afghanistan
Die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen besucht zum ersten Mal die deutschen Truppen in Afghanistan. Das Bild zeigt sie bei ihrer Ankunft in Mazar-i-Sharif. Folgen Sie von der Leyen bei ihrem Rundgang - in unserer Bildergalerie.Alle Bilder anzeigen
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22.12.2013 16:58Die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen besucht zum ersten Mal die deutschen Truppen in Afghanistan. Das Bild zeigt...

Die häufigen Versetzungen der Soldaten will von der Leyen auf das Notwendige begrenzen: „Karriere bei der Bundeswehr darf im Regelfall nicht bedeuten: immer im Dienst und alle paar Jahre ein Umzug.“ Da die Lebenspartner der Soldaten häufig selbst berufstätig seien, trügen Versetzungen große Spannungen in die Familien. „Ich werde mir das System der nahezu automatischen Versetzungen alle zwei bis drei Jahre genau ansehen. Wenn jemand eine steile Karriere macht, dann geht das auch in großen Wirtschaftskonzernen nicht ohne häufige Positions- und Ortswechsel.“

Ausbau der Kinderbetreuung in den Kasernen

Die Frage sei aber, ob dies für die große Mehrheit der Soldatinnen und Soldaten immer sinnvoll sei. Als eine der ersten Maßnahmen plant von der Leyen den Ausbau der Kinderbetreuung in den Kasernen. „Wir brauchen ein flexibles System der Kinderbetreuung rund um die Bundeswehr“, so die Ministerin. „Wir sollten gerade für die Betreuung in Randzeiten sehr viel stärker mit Tagesmüttern arbeiten. Denn das ist eine besonders flexible Form der Kinderbetreuung und wir haben den großen Vorteil, dass es in vielen Kasernen den Platz dafür gibt.“ (dpa)

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