Politik : Vertrauen in alle Parteien sinkt

Deutschlandtrend: Merkel verliert an Popularität

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Berlin - Der Unmut der Bürger mit der großen Koalition und dem Kompromiss zur Gesundheitsreform geht einher mit einem sinkenden Zutrauen in die Lösungsfähigkeit aller Parteien. Das zeigt der aktuelle Deutschlandtrend im Auftrag von ARD-„Tagesthemen“ und Tagesspiegel. In der Arbeits-, Renten-, Steuer- und der Gesundheitspolitik sind relative Mehrheiten der Überzeugung, dass keine der Parteien zielführende Lösungen anbietet. Noch nie wurde im Deutschland- trend ein höheres Vertrauensdefizit gegenüber den Parteien gemessen. 43 Prozent der Deutschen sind der Auffassung, dass keine der Parteien über Konzepte für die Lösung der Zukunftsprobleme im Land verfügt. Vor allem die Union muss deutliche Vertrauensverluste hinnehmen. Davon profitiert vor allem die FDP.

Auch auf der personellen Ebene lässt die Union Federn: Bundeskanzlerin Angela Merkel muss den niedrigsten Popularitätswert (57 Prozent) seit ihrem Amtsantritt hinnehmen. Die Ansicht von SPD-Fraktionschef Peter Struck, es wäre besser für Deutschland, wenn Gerhard Schröder noch Bundeskanzler wäre, teilt die relative Mehrheit der Bürger allerdings nicht. Merkel sei besser, meinen 45 Prozent, während 35 Prozent sagen, die größeren Verdienste kämen Schröder zu.

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union nur noch auf 35 Prozent der Stimmen, ein Minus von zwei Punkten im Vergleich zum Juni. Die SPD gibt ebenfalls ab und kann derzeit 29 Prozent (minus eins) der Stimmen auf sich vereinen. Die Liberalen legen zwei Punkte auf zwölf Prozent zu. Auch die Linkspartei verzeichnet Zuwächse und erreicht einen Stimmenanteil von zehn Prozent ( plus eins). Die Grünen bleiben bei zehn Prozent.

Die kritische Sicht auf die Regierungsarbeit nimmt auch in den Anhängerschaften der Regierungsparteien zu. In Unionsreihen gibt jeweils die Hälfte ein positives beziehungsweise negatives Votum ab. Kritischer sind die SPD-Anhänger. Hier sind nur noch 30 Prozent zufrieden. Lediglich jeder zweite Bürger glaubt, dass nur in dieser Konstellation die Durchsetzung großer Reformen auch gelingen kann. 68 Prozent meinen, die große Koalition löse auch nicht mehr Probleme als die rot-grüne Regierung. Tsp

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