Politik : Vertrauter des Ex-Ministerpräsidenten gesteht Mitschuld an "Nachlässigkeiten"

Im Glogowski-Untersuchungsausschuss hat der enge Vertraute des früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten, Matthias Wehrmeyer, Mitverantwortung für Fehler übernommen. Wehrmeyer räumte am Dienstag ein, er sei für die Verzögerungen bei der Abführung von Glogowskis Bezügen aus seinen Aufsichtsratsmandaten an das Land mitverantwortlich.

Der 43 Jahre alte Jurist war bis zum Rücktritt von Niedersachsens Ministerpräsident Gerhard Glogowski (SPD) Büro- und Abteilungsleiter in der Staatskanzlei. Der Braunschweiger SPD-Politiker hatte sein Amt Ende November nach Vorwürfen um finanzielle Ungereimtheiten aufgegeben. "Glogowski ist ein Mensch, der nicht hätte in die Politik gehen dürfen, weil er solche Vorwürfe sehr persönlich nimmt", so Wehrmeyer.

Der Jurist schloss nicht aus, auch für das Abschneiden von Teilen aus den Akten zu Glogowskis Aufsichtsratsbezügen verantwortlich zu sein. Genau könne er sich daran aber nicht erinnern, weil der Inhalt dieser fehlenden Teile bis heute nicht bekannt sei, sagte Wehrmeyer. Er dementierte nachdrücklich, er habe Unterlagen zur Vertuschung von möglichen Fehlern bewusst manipuliert.

Zu der strittigen Abführung von Aufsichtsratsbezügen sagte Wehrmeyer, er persönlich habe Glogowski nie darauf hingewiesen, dass dieser zur Zahlung von Abschlägen verpflichtet sei. Er selbst habe davon im Mai 1999 zum ersten Mal erfahren, dies aber zunächst angezweifelt. Nach einer mehrere Monate langen Diskussion mit anderen Staatskanzlei-Mitarbeitern habe er sich aber schließlich doch überzeugen lassen und Glogowski zu Zahlungen aufgefordert. Der frühere Ministerpräsident saß in einer Reihe von Aufsichtsräten und musste alle jährlichen Bezüge von mehr als 10 800 Mark aus seinen hoch dotierten Mandaten an das Land abführen. Dieser Zahlungspflicht kam er jedoch nur zögerlich nach.

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