Politik : Vertrauter Münteferings wird SPD-Geschäftsführer

Berlin - Zwei Tage nach der Ausrufung von Franz Müntefering zum neuen SPD- Chef hat die Parteispitze einen engen Vertrauten des früheren Vizekanzlers für eine zentrale Funktion im Willy- Brandt-Haus vorgeschlagen. Generalsekretär Hubertus Heil teilte mit, dass der erfahrene Wahlkämpfer Kajo Wasserhövel zum neuen Bundesgeschäftsführer ernannt werden soll. Der Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium gilt als Mann des Apparats und graue Eminenz, dem Offenheit gegenüber der Presse ein Gräuel ist. Parteiinterne Kritiker werfen ihm vor, er führe jene Formen straffer Organisation fort, die er in den 80er Jahren als Juso vom orthodox-marxistischen Stamokap-Flügel gelernt habe.

Müntefering wollte den heute 46-jährigen Wasserhövel bereits 2005 zum Generalsekretär berufen. Doch die Parteilinke hielt ihn für zu unpolitisch und stellte sich dem in ihren Augen zu großen Anspruch des SPD-Chefs entgegen. Andrea Nahles kandidierte gegen Wasserhövel. Daraufhin erklärte Müntefering, der damals auch Arbeitsminister war, seinen Rücktritt vom SPD-Chefposten.

Heil sagte, die Berufung erfolge auch in Absprache mit dem Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier. Der „exzellente Wahlkämpfer“ habe die Funktion des SPD-Bundesgeschäftsführers von 2004 bis 2005 schon einmal erfolgreich ausgefüllt. Ihm komme ein erheblicher Anteil an den Erfolgen der SPD bei den Bundestagswahlen 1998, 2002 und 2005 zu.

Platz machen für Wasserhövel muss Martin Gorholt. Der bisherige Geschäftsführer war ebenso wie Heil 2005 von Müntefering-Nachfolger Matthias Platzeck geholt worden. Er war zuvor Staatssekretär in Potsdam gewesen. hmt

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