Politik : Verwirrung um "faktischen" Angriffs-Stopp der Allianz

KÖLN/BRÜSSEL (AP/rtr). Während die Nato und die jugoslawische Regierung immer noch keine Einigung über die Details des Abzug der jugoslawischen Truppen aus dem Kosovo einigen konnten, herrschte am Mittwoch Verwirrung über ein möglicherweise bereits eingetretenes Ende der Nato-Angriffe auf Jugoslawien. Mehrere Außenminister der G-8-Staaten sprachen am Rande ihres Treffens in Köln über einen vorzeitigen Bombenstopp. Dabei ging es im wesentlichen darum, die Bedenken der UN-Sicherheitsratsmitglieder Rußland und China hinsichtlich der Fortsetzung der Luftangriffe auszuräumen.

Zeitgleich erklärte Bundesaußenminister Scharping, die Nato habe ihre Luftangriffe seit Mittwoch morgen "faktisch" eingestellt. Nato-Sprecher Shea sagte allerdings in Brüssel, die "Luftoperationen dauern an. Niemand hat eine Entscheidung getroffen, sie zu stoppen oder auszusetzen." Nach dem Nato-Dementi betonte auch ein Sprecher der Hardthöhe: "Die formelle Verkündung dieses Status ist natürlich Sache der Nato."

Die Nato und die jugoslawische Regierung haben sich bis Mittwoch nachmittag noch nicht über einen Abzug der jugoslawischen Truppen aus dem Kosovo einigen können. Mehrere Unterbrechungen deuteten am Mittwoch auf ein zähes Ringen der Delegationen in der mazedonischen Grenzstadt Kumanovo hin. "Es geht weiterhin um substantielle, grundlegende Themen", sagte dort Nato-Sprecher Robin Clifford. Durch den Entwurf der G-8-Gruppe für eine Resolution des UN-Sicherheitsrates gebe es ein "zusätzliches politisches Element".

In der Nacht zu Mittwoch waren die Gespräche unterbrochen worden, weil die jugoslawische Delegation Rücksprache mit der Führung in Belgrad halten wollte. Mehrere Unterhändler fuhren zu diesem Zweck über die Grenze zu Jugoslawien. Am späten Mittwoch Nachmittag wurden die Gespräche wieder unterbrochen. Sie sollen nach Angaben der NATO am Donnerstag morgen fortgesetzt werden.

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