Politik : Victoria hilf

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Die „viktorianische Armenfürsorge“, die der Kanzler unter einer Unionsregierung fürchtet, war weit vom heutigen Sozialstaat entfernt. Das englische Armengesetz von 1834 schuf als zentrales Instrument das Arbeitshaus für Menschen, die nicht für sich sorgen konnten. Es wurde kommunal verwaltet. Es gab also große regionale Unterschiede. Beliebt war es nirgendwo, und so sollte es auch sein: Gemäß des viktorianischen Ideals der Selbsthilfe sollte das „Poor Law“ abschreckend wirken. Damit sollten Arme dazu bewegt werden, sich gar nicht erst um öffentliche Unterstützung zu bemühen. Eine zentralstaatliche Sozialpolitik zur Hilfe bei Krankheit, Altersarmut oder Arbeitslosigkeit begann in England erst im 20. Jahrhundert. Das „Poor Law“ galt bis 1929. Völlig unsozial war die viktorianische Gesellschaft deshalb nicht. Um Arme kümmerten sich vielerorts, meist religiös motiviert, bürgerliche „Charity Societys“. Die Arbeiterschaft setzte ebenfalls auf Selbsthilfe nach dem Genossenschaftsprinzip: Über „friendly societies“, Gewerkschaften oder Sparvereine versuchten sie gegen Armut vorzusorgen. afk

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