Video : Foltervorwürfe gegen georgisches Gefängnis

In Georgiens Hauptstadt demonstrierten am Donnerstag Tausende aufgebrachte Menschen. Der Grund für den Protest: Amateurvideos, die zeigen, wie Häftlinge in einem georgischen Gefängnis brutal gefoltert und vergewaltigt werden.

In Georgiens Hauptstadt Tiflis demonstrieren tausende aufgebrachte Menschen. Der Grund: Amateurvideos wie dieses, gesendet von oppositionsfreundlichen Sendern in der ehemaligen Sowjetrepublik. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie Wärter eines georgischen Gefängnisses Häftlinge offenbar foltern. Schläge und Tritte, aber auch Vergewaltigungen der Insassen mit Gegenständen sind auf den Aufnahmen zu sehen. Die Bilder bringen Georgiens Präsident Saakaschwili in Bedrängnis: er befindet sich mitten im Wahlkampf. Am 1. Oktober ist Parlamentswahl.

Laut Staatsanwaltschaft wurden nach Öffentlichwerden der Videoaufnahmen 10 Menschen verhaftet, darunter auch der Chef des Gefängnisses in Tiflis. Saakaschwili kündigte an, die Verantwortlichen hart zu bestrafen, betonte aber auch, die Aufnahmen seien von bestochenen Wärtern inszeniert worden. Radikale Reformen sollen das Strafvollzugssystem in Georgien verbessern, so Saakaschwili. Den Menschen auf der Straße ist das kein Trost.

Unterdessen gerät Saakaschwili immer weiter unter Druck: Selbst regierungstreue Journalisten veröffentlichten die Gewaltvideos. Und Saakaschwilis Darstellung, es handle sich um eine bezahlte Intrige, ist nicht nur für die Opposition zweifelhaft.

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