Video : Israel: Ultra-Orthodoxe an die Waffen

09.07.2012 12:55 Uhr

Israels Regierungschef Netanjahu muss die Wehrpflicht reformieren – und die Befreiung der ultra-orthodoxen Juden vom Wehrdienst abschaffen. Der Oberste Gerichtshof hatte die bisherige Regelung als verfassungswidrig eingestuft.

In Israel hat der konservative Regierungschef Benjamin Netanjahu in Sachen Wehrpflicht für ultra-orthodoxe Juden eine politische Kehrtwende vollzogen. Nach Protesten in der Bevölkerung machte er am Sonntag den Weg für die Abschaffung eines umstrittenen Privilegs frei: Ultra-Orthodoxe müssen nun ebenfalls zum Wehrdienst: "Das neue Gesetz wird auf jeden angewandt werden. Nicht-Gläubige, Ultra-Orthodoxe, Juden, Araber. Es ist eine historische Veränderung, was die Verteilung der Lasten betrifft.

Wir werden die Zahl derer, die die Last tragen, stark ansteigen lassen, und wir werden trotzdem die Einheit zwischen den Menschen bewahren." Ultra-Orthodoxe sind in Israel bislang von der allgemeinen Wehrpflicht befreit, damit sie sich voll der Religion widmen können.

Gegen diese Ausnahmeregelung gab es erst in der vergangenen Woche erneut starken Protest. Der konservative Likud von Netanjahu war bislang strikt gegen die Aufhebung des Privilegs. Im März hatte der Oberste Gerichtshof des Landes die geltende Regelung jedoch als verfassungswidrig eingestuft. Netanjahu will dem Kabinett den veränderten Gesetzentwurf nächste Woche vorlegen.

(rtr)

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