Video : Teddy-Bomber macht Lukaschenko lächerlich

Eine schwedische PR-Firma ist mit einem Flugzeug in den weißrussischen Luftraum eingedrungen und hat 800 Teddybären mit der Forderung nach Achtung der Menschenrechte abgeworfen. Diktator Lukaschenko reagierte stocksauer.

Ein Flugzeug, das Anfang Juli unerlaubt in den weißrussischen Luftraum eingedrungen war, hatte ungewöhnliche Fracht an Bord. 800 Teddybären, die in der Nähe einer Kleinstadt abgeworfen wurden. Jeder Bär trug eine Nachricht. Darin wurde Weißrussland aufgefordert, die Menschenrechte stärker zu beachten. Das Flugzeug war von einer kleinen schwedischen Public Relation Firma mit dem Namen Studio Total gechartert worden. Ein Teil des Geldes, das die Firma mit Kampagnen für Unternehmen einnimmt, wird auch für Aktionen wie diese eingesetzt.

Der Eigentümer dieses Studios Tomas Mazetti hat für den Flug eigener Aussage schon Morddrohungen erhalten. Von der Wirkung der Teddy-Bären ist er aber überzeugt: "Ein Diktator kann gefürchtet oder gehasst werden. Aber wenn die Leute anfangen, über ihn zu lachen. Dann sind seine Tage gezählt. Das war offensichtlich. Wir haben ziemlich schnell herausgefunden, dass kein Pilot das machen wollt. Wir könnten niemanden fragen, weil jeder gesagt hat, dass es zu gefährlich und unmöglich sei. Wir haben beschlossen, dass es nicht gefährlich und umöglich ist. Aber das wir das selber machen müssen. Deshalb haben wir Flugstunden genommen und einen Pilotenschein bekommen"

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko war von der ganzen Aktion wenig begeistert. Er entließ unter anderem den Chef der Luftwaffe und den Chef der Grenzkontrollen, weil sie den Teddybär-Abwurf nicht verhindert hatten. Sie hätten ihre Pflicht, die nationale Sicherheit zu verteidigen, nicht erfüllt, hieß es. Mazetti sieht diese Reaktion mit einer Mischung aus Freude und Sorge: "Ich bin sehr froh - und sehr stolz auf die Menschen in Weißrussland, die Opposition, die unsere Kampagne aufgegriffen hat. Darüber sind wir besonders froh. Und dass die Regierung so hysterisch reagiert hat. Aber es gibt auch ein großes Problem. Sie haben einen unschuldigen Journalisten verhaftet, der nichts weiter gemacht hat, als Fotos der Bären zu veröffentlichen. Das hat die Regierung jetzt zugegeben."

Die Behörden in Minsk hatten zunächst bestritten, dass es die Teddy-Aktion überhaupt gegeben hat. Bis Lukaschenko selbst den Vorfall bestätigte. Der weißrussische Präsident ist seit 1994 an der Macht. Wegen zahlreicher Verstöße gegen die Menschenrechte hat die EU gegen ihn und weitere Personen der weissrussischen Führung ein Einreiseverbot verhängt.

(rtr)

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