Videobotschaften : BKA: "Medienkrieg" gehört zur Strategie von Al Qaida

Die Terrordrohungen, die immer häufiger weltweit auftauchen, beunruhigen zunehmend die Bevölkerung - nicht nur in Deutschland. Das BKA bezeichnet die Videos als Teil der Strategie Al Qaidas: Sie dienten der Einschüchterung und sollen eine Drohkulisse aufrecht erhalten.

Terror-Video Foto: ddp
Das BKA nimmt Terror-Drohvideos gegen Deutschland sehr ernst. -Foto: ddp

KoblenzWeltweit verbreitete Video- und Audiobotschaften sind nach Einschätzung des Bundeskriminalamtes (BKA) ein zentraler Bestandteil der Strategie von Al Qaida. Damit schaffe es das Terrornetzwerk, eine Drohkulisse gegenüber dem Westen aufrecht zu erhalten, sagte ein BKA-Beamter am Dienstag vor dem Koblenzer Oberlandesgericht (OLG). Dort muss sich seit Anfang Dezember 2008 ein mutmaßliches Mitglied des Terrornetzwerkes verantworten. Der angeklagte Aleem N. aus dem pfälzischen Germersheim soll Geld und Material für Al Qaida beschafft sowie potenzielle Kämpfer angeworben und zum Teil auch vermittelt haben.

Mit den Botschaften erreiche Al Qaida eine breite Öffentlichkeit, sagte der Beamte. Auf diesem Weg habe sich das Netzwerk an die Spitze der internationalen Dschihad-Bewegung gesetzt. Die Botschaften beinhalteten unter anderem Aufrufe zur Teilnahme am Dschihad ("Heiliger Krieg") und Drohungen gegenüber Feinden wie den USA und Israel sowie ihren westlichen Verbündeten. "Man versucht, das Unrecht des Westens gegenüber der islamischen Welt darzustellen", sagte der Beamte. In der dritten Januarwoche war im Internet ein Video aufgetaucht, das Warnungen ausschließlich an Deutschland beinhaltete. Der Sprecher des Videos, Bekkay H., soll von Aleem N. in den afghanisch-pakistanischen Raum vermittelt worden sein.

Al Qaida plant weiterhin Anschläge im Westen

Mit den Botschaften mobilisiere das Terrornetzwerk zudem seine Anhänger, sagte der Beamte. Trotz der Verluste durch die Festnahme oder Tötung wichtiger Mitglieder sei Al Qaida nach wie vor bestrebt, Anschläge gegen die westliche Welt durchzuführen. Es gebe eine "gewisse Planungstreue" - die Anhänger verfolgten langfristige Ziele. Am vergangenen Wochenende hatten die deutschen Sicherheitsbehörden vor islamistischem Terror im Bundestagswahlkampf gewarnt.

Al Qaida war 1989 von Osama bin Laden in Afghanistan gegründet worden. Die Organisation war nach ihren Anschlägen vom 11. September 2001 Hauptziel des US-geführten Feldzugs gegen den Terror. (sba/dpa)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben