Politik : Viehseuchen: Großbritannien startet Massentötung wegen Erkrankungen

Zur Eindämmung der Maul- und Klauenseuche haben die britischen Behörden am Samstag mit der Tötung von tausenden Paarhufern begonnen. Betroffen waren Schweine, Schafe und Rinder auf sechs Bauernhöfen, auf denen die Seuche aufgetreten ist, sowie auf zwei Bauernhöfen, die "gefährlichen Kontakt" mit diesen Höfen hatten, wie Chefveterinär Jim Scudamore erklärte. Um ein Übertragungsrisiko zu vermeiden, sollten die getöteten Tiere verbrannt werden.

Die britische Regierung meldete unterdessen erste Erfolge bei der Bekämpfung der Seuche. Es sei ein positives Zeichen, dass seit Freitag keine neuen Krankheitsfälle bestätigt worden seien. "Wir wissen, dass sich die Lage schnell ändern kann und dass dies der entscheidende Zeitraum ist - Donnerstag, Freitag, heute und morgen", sagte Landwirtschaftsminister Nick Brown am Samstag. Wegen der Inkubationszeit müsse mit neuen Krankheitsfällen gerechnet werden, sollte sich die Seuche ausgebreitet haben. Es gebe aber keine Berichte über weitere Fälle.

Der erste Ausbruch der Maul- und Klauenseuche seit 20 Jahren in Großbritannien hat Auswirkungen auf Millionen Menschen im ganzen Land. Viehmärkte und Pferderennen wurden abgesagt, Jagden vorübergehend verboten und Zoos geschlossen. Supermärkte erklärten, die Vorräte an Lamm-, Rind- und Schweinefleisch reichten nur für wenige Tage. Die für Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen hochgradig ansteckende Maul- und Klauenseuche ist für den Menschen nach Ansicht von Experten in der Regel nicht gefährlich.

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Aus Angst vor Verbreitung der Maul- und Klauenseuche in Belgien hat die Regierung in Brüssel den Transport von Schafen und Ziegen verboten. Die Maßnahme gelte von Samstag an auf unbestimmte Zeit, teilte Landwirtschaftsminister Jaak Gabriels mit.

In Deutschland soll an diesem Montag in Bonn der Krisenstab von Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) zusammenkommen. Wie das Ministerium am Samstag mitteilte, werden die Fachleute aus Bund und Ländern dabei den aktuellen Stand der Seuche analysieren und über weitere Schutzmaßnahmen beraten.

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