Politik : Viel zu tun für die Neuen - eine Aufstellung der ungelösten Aufgaben

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Umsatz und Ertrag: Das Kernproblem der Bahn ist, dass sie sowohl Umsatz als auch Ertrag verliert. Nach dem ICE-Unfall von Eschede stiegen die Kosten deutlich. Nach dem gerade verkündeten verlangsamten Personalabbau wird die Bahn auch hier die Kostenrechnung nach oben korrigieren müssen. Der Güterverkehr ging im ersten Halbjahr 1999 um sechs Prozent zurück, der Fernverkehr stagniert. Einziger Lichtblick: der Nahverkehr. Genau den hat die Bahn vernachlässigt. 90 Prozent der Investitionen flossen in den Fernverkehr.

Der Transrapid: Den Hochgeschwindigkeitszug Transrapid zwischen Hamburg und Berlin muss der neue Vorstandschef bauen lassen - oder kippen. Längst zeichnet sich ab, dass die Trasse zu den bislang veranschlagten Kosten von 6,1 Milliarden Mark nicht gebaut werden kann. Alle Beteiligten - der Bund als Finanzier der Strecke, das private Industriekonsortium zum Bau der Fahrzeuge, die Bahn als Betreiber - haben erklärt, sich nicht über das bislang zugesagte Volumen hinaus für den Transrapid enagieren zu können. Hartmut Mehdorn muss herausfinden, welches Kostensenkungspotenzial in den bisherigen Kalkulationen enthalten ist.

Die Internationalisierung: Im Gegensatz zu allen anderen Verkehrssystemen ist die Bahn immer noch eine nationale Angelegenheit. Das hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass immer mehr Güter über die Straße transportiert wurden - weil bei der Bahn umständliche und teure Umladeaktionen fällig wurden. Mehdorn-Vorgänger Ludewig hatte begonnen, den Güterverkehr auf der Schiene auf europäische Dimensionen zuzuschneiden: durch Kooperationen mit der niederländischen und mit der schweizerischen Bahn. Dieses Projekt steckt noch in den Anfängen - Mehdorn muss es mit Hochdruck vorantreiben, wenn die Bahn eine echte Alternative zur Straße werden will.

Der Service: Ein vernichtendes Urteil für Service und Pünktlichkeit der Bahn fällte kürzlich die Stiftung Warentest. Falsch beraten und zu spät gestartet - das war das Urteil der Verbraucherschützer. Und das, obwohl die Bahn seit zwei Jahren eine Freundlichkeits- und Pünktlichkeitsoffensive fährt.

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