Politik : Viele Ältere im Osten fühlen sich abgehängt

Berlin - Die allgemeine Lebenszufriedenheit der älteren Bürger in den neuen Bundesländern ist einer Studie des ostdeutschen Sozialverbandes Volkssolidarität zufolge seit 2006 wieder leicht gestiegen. So betrug bei der jüngsten Umfrage für den „Sozialreport 50 plus“ im Mai und Juni 2007 der Anteil der zufriedenen und sehr zufriedenen über 50-Jährigen 46 Prozent. 2006 waren es 42 Prozent gewesen. Dennoch stellte der Präsident der Volkssolidarität, Gunnar Winkler, am Donnerstag in Berlin fest, dass „der konjunkturelle Aufschwung und die eingeleiteten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen“ die Älteren in Ostdeutschland „bisher so gut wie nicht erreicht“ hätten.

Es sei eine „Tragik der heute 50- bis 70-Jährigen, die 1989/90 „die aktivsten Träger der friedlichen Revolution in der DDR“ gewesen seien, dass sie „am meisten von Einschnitten und Einschränkungen sowie vom Sozialabbau betroffen sind“, sagte Winkler. Das schlägt sich offenbar in mangelndem Vertrauen in die Politik nieder: 57 Prozent der 1020 befragten über 50-Jährigen vertrauen dem Bundestag gar nicht oder nur sehr wenig. Bei der Frage nach den Zukunftschancen in den nächsten fünf Jahren erwarteten nur zwei Prozent Verbesserungen, 49 Prozent dagegen Verschlechterungen.

Der 76-jährige Winkler, der zu DDR- Zeiten die soziologische Forschung für die SED-Führung koordinierte, ist seit 1990 Vizepräsident und seit 2002 Präsident der 1945 im Osten gegründeten Volkssolidarität, die mit 320 000 Mitgliedern und 15 500 hauptamtlichen Mitarbeitern einer der großen Sozial- und Wohlfahrtsverbände der Bundesrepublik ist.sc

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