Politik : Viele Ausländer betroffen - Vermögen von zwei Millionen Mark

Immer noch werden 5500 Eigentümer von Konten, Grundstücken und Schmuck gesucht, deren Besitz die DDR verwaltet hatte. Wie das Bundesamt zur Regelung offener Vermögensfragen am Mittwoch in Berlin mitteilte, sind vor allem Ausländer betroffen, die vor 1945 Konten bei deutschen Banken hatten. Auf den Konten liegt ein Vermögen von insgesamt zwei Millionen Mark. Das Bundesamt sucht auch 57 Besitzer von Schmuck und Gemälden, die in Tresoren der DDR-Staatsbank lagen. Diese Stücke wurden hauptsächlich Flüchtlingen und politischen Gefangenen abgenommen.

Die Eigentümer der Konten seien über die ganze Welt verteilt, sagte die Sprecherin des Bundesamtes, Katharina Hedtstück. Viele lebten aber wohl in den USA und in Belgien. Es handele sich teilweise um Konten von Fremdarbeitern, die während des Zweiten Weltkriegs von Deutschland angeworben worden waren. Ehemaliges jüdisches Eigentum oder das von Zwangsarbeitern sei nicht darunter.

Die DDR hatte die Namen der Besitzer nur einzelnen Ländern zugeordnet, nicht aber selbst nach ihnen gesucht. Verzinst wurden die Guthaben nach Angaben der Sprecherin nicht. Die DDR hatte die in Reichsmark geführten Konten zum Kurs zehn zu eins in DDR-Mark getauscht. Diese Summe werde nun im Tauschverhältnis zwei zu eins in D-Mark ausgezahlt, sollten die Besitzer gefunden werden, sagte die Sprecherin. Dafür gebe es eine Frist von vier Jahren. Melde sich bis dahin kein Eigentümer, fließe das Geld dem Entschädigungsfonds des Bundesamtes zu. Aus diesem Fonds werden frühere Eigentümer von Grundstücken in der DDR ausgezahlt, die ihren Besitz nicht zurückbekommen haben.

Die Schmuckstücke und Gemälde aus den Tresoren werden dagegen unbegrenzt aufbewahrt.

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