Politik : Viele deutsche Städte wollen Patenschaften

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Berlin Viele Städte zwischen Kiel und München wollen nach dem Vorstoß von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit konkreten Patenschaften den Flutopfern in Asien helfen. Wie eine dpa-Umfrage am Dienstag ergab, haben einzelne Kommunen bereits konkrete Projekte gestartet. Viele warten auch auf eine nationale Koordination. Unter dem Motto „Bonn hilft“ unterstützen die Deutsche Welthungerhilfe und die Stadt Bonn im Distrikt Cuddalore an der Südostküste Indiens 1992 Opferfamilien. Mehr als 80 Prozent von ihnen seien Fischer, die ihre Existenzgrundlage verloren haben.

München wolle 250 000 Euro für die Stadt Batticaloa in Sri Lanka spenden, zu der bereits umfangreiche Kontakte bestehen, sagte der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Langfristig wolle sich die bayerische Landeshauptstadt auch um die Organisation von Patenschaften für die vielen Halb- und Vollwaisen in der flutzerstörten Region einsetzen. Dauerpatenschaften mit betroffenen Kindern vermittelt auch die „Aktion Hessen hilft“. Die Stadt Essen hat Kontakte zu einem Geburts- und Kinderkrankenhaus in Galle (Sri Lanka) aufgenommen. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung wurden zu Spenden aufgerufen, eine Patenschaft sei denkbar. Karlsruhe will die im Kosovokonflikt gegründete Aktion „Karlsruhe hilft“ für eine gezielte Kooperation aktivieren.

Dortmund steht der Kanzlerinitiative nach Aussagen eines Stadtsprechers positiv gegenüber: „Wir würden gern mitmachen, allerdings sollten die Partnerschaften international oder national organisiert werden. Jedem Bundesland sollte eine Region in dem Krisengebiet zugeordnet werden und jeder Stadt eine Stadt.“ In Berlin gebe es bereits intensive Überlegungen für eine Partnerschaft, teilte das Landespresseamt mit. Das Auswärtige Amt werde möglicherweise eine Region vorschlagen. Erste Planungen und Interessensbekundungen für Projektpatenschaften, engere Kontakte und ähnliche Projekte gibt es auch in Düsseldorf, Halle/Saale, Kiel, Köln, Leipzig, Magdeburg, Münster, Potsdam, Regensburg und Reichenberg im Vogtland. dpa

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