Politik : Viele Tote bei Anschlägen in Afghanistan

Herat - Bei zwei Selbstmordanschlägen auf Polizei- und Behördeneinrichtungen in Afghanistan sind am Dienstag mindestens 15 Menschen getötet worden. Elf Menschen starben, als zwei Attentäter in einem Auto eine Sprengladung am Eingang eines Regierungsgeländes nahe der westlichen Stadt Herat zur Explosion brachten, wie das Innenministerium mitteilte. In der Provinz Helmand töteten Selbstmordattentäter bei einem Angriff zudem vier Polizisten.

Zu den beiden Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Allerdings verüben Taliban-Rebellen oftmals Selbstmordanschläge. Die Provinz Herat an der Grenze zum Iran gilt eigentlich als verhältnismäßig friedlich. Dagegen ist Helmand im Süden häufig Schauplatz von Angriffen der Taliban.

Die Nato erwartet trotz der vermehrten Anschläge in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben keine Neuauflage der massiven Frühjahrsoffensive der Taliban im vergangenen Jahr. „Die Aufständischen konzentrieren ihre Angriffe auf einzelne Posten, kleine Gruppen und militärische Außenposten“, sagte der deutsche General und Isaf-Sprecher Carsten Jacobson. Es gebe keine Hinweise auf ein geschlossenes Vorgehen der Taliban im ganzen Land.

Im vergangenen Jahr hatten die Taliban schwer bewachte Stützpunkte der afghanischen und der ausländischen Sicherheitskräfte angegriffen und den Leiter des Friedensrates ermordet. Traditionell nimmt die Gewalt am Hindukusch in den heißen Sommermonaten stark zu, während die Angriffe in der kalten Jahreszeit zurückgehen. AFP/rtr

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