Politik : Viele Wähler in Schleswig-Holstein noch unentschlossen

Politbarometer: Über ein Drittel hat sich bisher nicht entschieden / Kleiner SPD-Vorsprung – dank großer Beliebtheit von Simonis

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Für das PolitbarometerExtra Schleswig-Holstein im Auftrag von ZDF und Tagesspiegel wurden zwischen dem 8. und dem 10. Februar in Schleswig-Holstein 1106 Wahlberechtigte befragt.

Gut eine Woche vor der Landtagswahl liegt die SPD mit 40 Prozent der Stimmen in der Wählergunst nur knapp vor der CDU (37 Prozent). FDP und Grüne stehen vor einem Wiedereinzug in den Kieler Landtag, und auch der Südschleswigsche Wählerverband SSW kann wieder mit Mandaten rechnen. Hinter dem Abschneiden der NPD steht unter anderem aufgrund mangelnder Bekenntnisbereitschaft der Befragten bei der Wahl extremer Parteien noch ein Fragezeichen, ein Einzug in den Landtag erscheint momentan aber unwahrscheinlich.

Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2000 erreichte die SPD 43 Prozent, die CDU 35. die FDP sieben, die Grünen sechs und der SSW vier Prozent. Viele Wähler sind noch unsicher: Erst 66 Prozent aller Befragten haben sich bisher auf eine Partei festgelegt, 34 Prozent wissen dagegen noch nicht genau, ob oder wen sie wählen werden, oder sie wollen ihre Präferenz eventuell nochmals ändern.

Falls im Kieler Landtag auch nach dem 20. Februar keine Partei alleine regieren kann, befürwortet eine relative Mehrheit von 28 Prozent eine Neuauflage von Rot-Grün, 24 Prozent favorisieren Schwarz-Gelb, 14 Prozent sind für eine große Koalition, ebenso viele nennen sonstige Varianten und 20 Prozent wissen keine Antwort.

Bei der Leistungsbeurteilung können im Landtag weder Regierung noch Opposition überzeugen, zudem haben beide Lager seit der letzten Wahl an Reputation eingebüßt: Auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) erreicht das rot-grüne Kabinett den Wert 0,0 (2000: 0,9), wobei im Detail die SPD mit 0,2 (2000: 1,6) erheblich schlechter, aber insgesamt noch immer besser als der grüne Koalitionspartner mit minus 1,0 (2000: minus 0,7) eingestuft wird. Die CDU in der Opposition steht mit minus 0,3 (2000: 0,2) jetzt im Negativbereich, die FDP kommt nur noch auf minus 0,7 (2000: minus 0,1).

Kritik gibt es auch an der Bundesregierung, die in Schleswig-Holstein mit minus 0,6 noch etwas schlechter als in der Republik insgesamt dasteht. Allerdings spielt die Bundespolitik im Norden im Spiegel der Wähler eine nachgeordnete, wenngleich keine unbedeutende Rolle.

Annähernd drei von fünf Wahlberechtigten (57 Prozent) wünschen sich die sozialdemokratische Spitzenkandidatin Heide Simonis auch für die nächste Legislaturperiode als Ministerpräsidentin. Lediglich 30 Prozent bevorzugen den Herausforderer von der CDU, Peter Harry Carstensen.Tsp

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