Politik : Viele Ziffern für Europa

Die internationale Iban-Kontonummer kommt – die Bundesregierung will längere Übergangsfrist

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Berlin - Bei der Einführung der internationalen Bankkontonummer (Iban) und des europäischen Lastschriftverfahrens auch im innerdeutschen Zahlungsverkehr dringt die Bundesregierung auf eine längere Übergangsfrist. Die Neuerungen kommen auf die Bankkunden in Deutschland im Zuge des Einheitlichen Euro-Zahlungsraumes (Sepa) zu, der eine Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs in den 27 EU-Mitgliedsländern sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und Monaco vorsieht. Mit dem Sepa-System sollen sicherere und problemlosere Überweisungen innerhalb des europäischen Zahlungsraumes gewährleistet werden.

Für die Verbraucher wird sich die Umstellung in erster Linie mit der Iban-Kontonummer bemerkbar machen, die insgesamt 22 Stellen aufweist und damit länger ist als die gewohnte Ziffernfolge. Mit Iban-Kontonummern hat jeder schon einmal Bekanntschaft gemacht, der Geld ins europäische Ausland überweist. Ungeübte Kontoinhaber könnten mit der Umstellung auf das neue System allerdings möglicherweise ihre Schwierigkeit haben.

Wann genau die nationalen Überweisungssysteme in der EU auslaufen, wird gegenwärtig auf Expertenebene in Brüssel beraten. Ende Juni wollen die EU-Finanzminister beschließen, wie der Übergang auf das Sepa-System aussehen soll. Parallel wird auch ein Beschluss des ebenfalls an der Entscheidung beteiligten Europaparlaments erwartet.

Bei den gegenwärtigen Verhandlungen in Brüssel will die Bundesregierung erreichen, dass für die endgültige Einführung des Sepa-Systems bis spätestens Ende 2015 Zeit bleibt. Die Bundesregierung setze sich für eine vierjährige Übergangsfrist nach der im Herbst erwarteten Verabschiedung der entsprechenden EU-Verordnung zur Umstellung auf die Sepa-Überweisungen und die Sepa-Lastschriften ein, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums dem Tagesspiegel. Die EU-Kommission sieht hingegen kürzere Übergangsfristen vor: Nach den Planungen der Brüsseler Behörde soll das neue Überweisungssystem spätestens bis Anfang 2013 und das Sepa-Lastschriftverfahren bis zum Beginn des Jahres 2014 komplett eingeführt sein.

Nils Jung von der Unternehmensberatung Capco ist allerdings skeptisch, ob längere Übergangsfristen sinnvoll sind. „Je länger die Banken Zeit haben, umso mehr verschieben sie auch die Umstellung“, befürchtet er. Allerdings gebe es unter den Finanzinstituten und Zahlungsverkehrs-Dienstleistern wiederum einige, die auf die Umstellung auf den Einheitlichen Euro-Zahlungsraum sehr gut vorbereitet seien. Albrecht Meier

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