Politik : Vier Autobomben in Islamabad explodiert - Mindestens sechs Menschen verletzt

Bei einer Serie von Bombenanschlägen auf US-Einrichtungen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind am Freitag mehrere Menschen verletzt worden. Insgesamt detonierten der Polizei zufolge vier Autobomben: in der Nähe der US-Botschaft, vor dem US-Zentrum in der Innenstadt, in der Nähe eines Gebäudes mit UN-Büros sowie vor einem Regierungsgebäude. Eine fünfte Explosion ereignete sich nach Augenzeugenberichten in der Nähe einer Residenz für Provinzabgeordnete. Ein weiterer Sprengsatz wurde vor einer auch von Ausländern viel besuchten Markthalle nach Polizeiangaben rechtzeitig entdeckt und entschärft. Bei den Attentaten wurden nach Angaben der Polizei mindestens sechs Menschen verletzt. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand.

Vor dem US-Zentrum, in dem eine Bibliothek und Botschaftspersonal untergebracht sind, wurden laut Polizei außer dem Bombenfahrzeug vier weitere Autos beschädigt und zahlreiche Menschen verletzt. Ein Wachbeamter wurde mit einem Knochenbruch ins Krankenhaus eingeliefert. In dem Gebäude selbst wurde niemand verletzt, wie der zum Zeitpunkt der Explosion dort anwesende US-Presseattaché Mark Wentworth sagte. Er wollte sich nicht dazu äußern, ob zuvor Warnungen vor einem Anschlag eingegangen seien.

Bei der Explosion eines vor der streng bewachten US-Botschaft abgestellten Autos mit Nummernschild der Vereinten Nationen wurde laut Polizei ein Mitglied des Wachpersonals verletzt. Vor der US-Botschaft versammelten sich nach dem Anschlag mehrere hundert Menschen und schauten zu, wie ein dort abgestelltes Fahrzeug der Vereinten Nationen in Flammen stand. Ein Passant, Anjum Ahmed, berichtete, er habe gesehen, wie das Auto vor der Botschaft fünf bis zehn Meter hoch geschleudert worden sei.

Die Anschläge ereigneten sich vor dem Hintergrund einer zunehmend US-feindlichen Stimmung in Pakistan und zwei Tage, bevor UN-Sanktionen gegen Pakistans Nachbarn und Verbündeten Afghanistan in Kraft treten sollten. Falls die über weite Teile Afghanistans herrschenden Taliban-Milizen nicht bis Sonntag den Moslemextremisten Osama bin Laden ausliefern, tritt ein UN-Flugembargo in Kraft. Außerdem sollen auch alle Bankkonten und anderen Vermögenswerte der Taliban im Ausland eingefroren werden. Die USA beschuldigen den aus Saudi-Arabien stammenden bin Laden, die Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im August 1998 geplant zu haben, bei denen 224 Menschen getötet wurden.

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