Politik : Vier Tage Waffenruhe in Syrien?  Zum Opferfest wollen beide Seiten einlenken

Beirut - Zum wichtigsten islamischen Fest sollen in Syrien die Waffen von diesem Freitag an vier Tage lang schweigen. Die syrische Armee stimmte am Donnerstag der von UN-Sicherheitsrat unterstützten Waffenruhe zu. Sie soll am Freitagmorgen mit Beginn des Opferfestes Eid al-Adha in Kraft treten. International wurde die Ankündigung der Feuerpause begrüßt. Die bewaffnete Opposition hatte sich bereits zuvor mit dem Vorschlag des UN-Vermittlers Lakhdar Brahimi einverstanden erklärt, über die Feiertage das Töten einzustellen. Beobachter sind allerdings skeptisch, ob die Feuerpause auch tatsächlich Bestand hat.

Nach langem Zögern teilte die syrische Armeeführung am Donnerstagabend in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Erklärung mit, sie werde die Waffenruhe mittragen. Einschränkend fügte sie aber hinzu, man wolle auf Verstöße reagieren können. Als Gründe zum militärischen Einschreiten wurden Aktivitäten von „Terroristen“, die die Lage ausnutzten, um sich Waffen zu beschaffen, genannt. Auch falls Kämpfer aus Nachbarländern über die Grenze nach Syrien kommen sollten, müsse die Armee eingreifen. Die oppositionelle Freie Syrische Armee sagte zu, sich an die Waffenruhe zu halten. Allerdings gelte das nur dann, wenn sich auch das Regime von Baschar al-Assad mit Militärmaßnahmen zurückhalte, sagte der Rebellen-Oberst Kasim Saad Eddine.

UN-Ermittler kündigten derweil an, die Verantwortlichen für die in Syrien begangenen „Kriegsverbrechen“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ aufzuspüren. Der vierköpfigen Kommission gehört auch die frühere UN-Chefanklägerin für das ehemalige Jugoslawien, Carla del Ponte, an. Die Kommission bat nach den Worten ihres Vorsitzenden Paulo Pinheiro in einem Schreiben an Präsident Assad um eine Unterredung in Damaskus. Syrien verweigert den UN-Ermittlern bisher die Einreise.dpa/AFP

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