Politik : Vietnam-Besuch: Clinton will bei Suche nach Vermissten helfen

Ein Vierteljahrhundert nach dem Vietnamkrieg hat US-Präsident Bill Clinton bei seinem historischen Besuch in Hanoi dem einstigen Feind versprochen, bei der Suche nach Vermissten zu helfen. Clinton dankte auch der vietnamesischen Regierung für ihre Bereitschaft, das Schicksal der rund 1500 verschollenen amerikanischen Soldaten aufzuklären. Gemeinsam mit seiner Frau Hillary und Tochter Chelsea fuhr er am Samstag zu einem Reisfeld nahe Hanoi, wo Ermittler nach Spuren eines 1967 abgestürzten amerikanischen Piloten suchen. "Egal ob wir Amerikaner oder Vietnamesen sind, wir wollen doch alle wissen, wo unsere geliebten Menschen begraben liegen", sagte Clinton, der im Vietnamkrieg den Dienst an der Waffe verweigert hatte, mit Tränen in den Augen. Seinen Landsleuten versicherte er, die Vereinigten Staaten würden nicht eher ruhen, "bis wir jeden gefallenen Helden nach Hause zurückgebracht haben".

Der Regierung in Hanoi übergab Clinton eine 350 000 Seiten starke Zusammenstellung von Dokumenten, die bei der Suche nach verschwundenen Vietnamesen helfen könnten. Im Vietnamkrieg wurden drei Millionen Vietnamesen und 58 000 Amerikaner getötet. Clinton versprach der Regierung in Hanoi auch Informationen über Lagerung und Einsatz des Entlaubungsgifts "Agent Orange", unter dessen Nachwirkungen noch heute Hunderttausende Vietnamesen leiden.

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