Politik : Vietnam verjüngt Staatsspitze

Moritz Kleine-Brockhoff

Jakarta - Vietnams Nationalversammlung hat Nguyen Minh Triet zum neuen Staatspräsidenten und Nguyen Tan Dung zum neuen Premierminister ernannt. Beide traten ohne Gegenkandidaten an und erhielten jeweils mehr als 90 Prozent der Stimmen. Die Ernennungen folgen erwartungsgemäß einem Parteitag Ende April, auf dem die Spitzen von Staat und Regierung nicht mehr für das Politbüro kandidiert hatten. Der 69-jährige Tran Duc Luong trat vergangenen Samstag als Staatspräsident ab, gleichzeitig machte Premier Phan Van Khai im Alter von 72 Jahren durch Rücktritt den Weg für einen Wechsel frei. Beide Politiker waren seit 1997 in ihren Ämtern gewesen und gehen nun in Rente. Ihre Nachfolger sind sechs beziehungsweise 16 Jahre jünger.

Architekt der sorgfältig geplanten Übergabe ist Nong Duc Manh, Generalsekretär der Kommunistischen Partei (KP) und mächtigster Mann im Staat. „Es war nötig, eine Reihe von wichtigen Positionen zu verändern, um einen umfassenden Einfluss der Partei zu sichern und um die Führung zu harmonisieren“, sagte Manh Vietnams Nachrichtenagentur VNS. Er war im April für weitere fünf Jahre als KP-Chef bestätigt worden.

Der neue Präsident Nguyen Minh Triet war seit Januar 2000 KP-Chef in der südlichen Wirtschaftsmetropole Ho-Chi- Minh-Stadt, dem früheren Saigon. Triet, gelernter Mathematiker und Berufspolitiker, gilt als harter Bekämpfer von Korruption. Sie ist weit verbreitet und soll reduziert werden. Beobachter erwarten, dass der ambitionierte Triet in seiner neuen Position dem eigentlich repräsentativen Präsidentenamt mehr Leben gibt als sein Vorgänger. Der neue Premier Nguyen Tan Dung ist mit 56 jüngster Regierungschef seit der Nord-Süd-Vereinigung von 1975. Dung ist in Ca Mau geboren, der südlichsten Stadt Vietnams.

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