Politik : Visite trotz Drohungen radikaler Hindus

Ungeachtet anhaltender Proteste und Drohungen radikaler Hindus beginnt Papst Johannes Paul II. an diesem Freitag eine dreitägige Pastoralvisite Indiens. Höhepunkt des Besuches soll eine Messe im Stadion von Neu-Delhi sein. Allerdings will Johannes Paul II. auch mit Vertretern der hinduistischen Bevölkerungsmehrheit und mit Moslems reden. Am Montag fliegt das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche nach Georgien weiter. Bei seinem eintägigen Kurzbesuch in der Kaukasus-Republik werde er möglicherweise gemeinsam mit Staatspräsident Eduard Schewardnadse zum Frieden in Tschetschenien aufrufen, verlautete inoffiziell am Mittwoch im Vatikan. Es ist die letzte Auslandsreise des Papstes vor der Jahrtausendwende.

Hindu-Fundamentalisten hatten den Papst jüngst als "großen Banditen" bezeichnet. Die katholische Kirche versuche, durch Missionierung die indische Kultur zu berauben. Vor knapp einem Jahr hatten radikale Hindus einen australischen Missionar und seine beiden Söhne bei lebendigem Leibe verbrannt. 30 Kirchen wurden zerstört. Indische Katholiken werfen ihren Kritikern vor, wer gegen das soziale Engagement der Kirche für die Armen sei, wolle in Wirklichkeit die Unterdrückung der unteren Kasten festigen. In Indien leben rund 23 Millionen Christen, das sind lediglich 2,4 Prozent der Bevölkerung.

Bei dem Papstbesuch in Tiflis steht neben einer Messe unter freien Himmel das Gespräch mit den Kirchenführern Georgiens im Vordergrund.

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