Völkermord : "5000 Vertriebene sterben jeden Monat in Darfur"

Der Völkermord im sudanesischen Darfur nimmt kein Ende: Noch immer sind Vergewaltigungen, Vertreibungen und Morde an der Tagesordnung. Der Chef des Internationalen Strafgerichts in Den Haag will nun den Präsidenten des Landes anklagen.

Darfur
Flüchtlingslager in Nyala (Süddarfur). Die Vereinten Nationen schätzen, dass in der Konfliktregion Darfur mehr als 300.000...Foto: dpa

New YorkDie Regierung des Sudan unterstützt nach den Worten des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), Luis Moreno-Ocampo, weiterhin einen Völkermord in Darfur. Es gebe immer noch Vergewaltigungen innerhalb und außerhalb der Flüchtlingslager, humanitäre Hilfe werde behindert, sagte Moreno-Ocampo am Mittwoch vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. "Mehr als 5000 Vertriebene sterben jeden Monat", sagte der Ankläger. Die sudanesische Regierung arbeite weiterhin nicht mit dem Internationalen Strafgerichtshof zusammen.
  
Der UN-Sicherheitsrat solle sich darauf einstellen, dass der IStGH "in Kürze" über einen möglichen Haftbefehl für den sudanesischen Präsidenten Omar el Beschir entscheiden werde, sagte Moreno-Ocampo. Er hatte im Juli einen Haftbefehl gegen Beschir wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur beantragt. Sollten die Richter des IStGH dem Antrag stattgeben, wäre dies der erste Haftbefehl des Haager Tribunals gegen einen amtierenden Staatschef. Die Uno hatte eine Einmischung in diesen Fall abgelehnt.
  
In Darfur kämpfen seit 2003 Rebellenorganisationen gegen regierungsfreundliche arabische Reitermilizen und die sudanesischen Streitkräfte. Dabei kamen nach UN-Schätzungen bis zu 300.000 meist unbeteiligte Menschen durch Gewalt, Hungersnöte und Krankheiten ums Leben. Mehr als 2,2 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben. (mpr/AFP)
  

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