Politik : Vogel unterstützt Kampagne der Union gegen Ramelow

Matthias Meisner

Berlin - Der frühere thüringische Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) findet grundsätzlich gut, den Linken-Politiker Bodo Ramelow auch wegen seiner westdeutschen Herkunft anzugreifen. Vogel, der selbst aus dem Westen stammt und von 1992 bis 2003 Regierungschef in Erfurt war, unterstützte eine Kampagne der Jungen Union (JU) Thüringen  „Stoppt Ramelow“ in ihrer Stoßrichtung. Ramelow, der früher Gewerkschaftssekretär in Hessen war und seit 1990 in Thüringen politisch aktiv ist, tritt bei der Wahl am 30. August als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten an.

Vogel sagte dem Tagesspiegel: „Was 1992 recht war, muss 2009 nicht billig sein.“ Zwar habe er die Kampagne der Jungen Union nicht konzipiert, doch sei es „richtig“ und „voll berechtigt“, die Linke anzugreifen, weil sie „keinen Kandidaten aus dem eigenen Land hat“. Vogel war vor seiner politischen Laufbahn in Thüringen von 1976 bis 1988 Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz. Er nannte es „kritikwürdig“, dass die Linke auch 20 Jahre nach der Wende keinen Bewerber „mit DDR-Erfahrung“ aufgestellt habe. Er selbst habe sich als Regierungschef in Erfurt „vom ersten Tag an bemüht, einen thüringischen Nachfolger aufzubauen“. Dies sei ihm mit Dieter Althaus, der sein Amt bei der Wahl am 30. August verteidigen will, hervorragend gelungen.

CDU-Landesgeschäftsführer Andreas Minschke hatte am Freitag erklärt, Teile der JU-Kampagne seien „politisch nicht korrekt“. Reklame, die eine Rostbratwurst als „echte Thüringer“ und Ramelow als „falschen Thüringer“ zeigte, wird nun nicht mehr verbreitet. Allerdings beharrte die Junge Union darauf, mit der Botschaft ihrer Kampagne „ins Schwarze getroffen“ zu haben: „Bodo Ramelow kennt unser Land nicht.“

Ramelow registrierte in seinem Tagebuch im Internet, dass die Union die Kampagne gegen ihn entschärft hat. Er fügte hinzu: „Verstanden hat man die Sache bei der Union aber noch nicht.“ Nach wie vor würden die Angriffe fortgesetzt, „Dieter Althaus lässt die Schmutzkampagne also voll weiterrollen“. Die Union schüre Ressentiments „gegen alle Menschen, die nicht in Thüringen geboren wurden“.Matthias Meisner

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