Politik : Vogelgrippe – Berlin warnt vor Panikmache

-

Schwerin/Berlin - Nach dem Fund des gefährlichen Vogelgrippevirus H5N1 bei zwei toten Schwänen und einem Habicht auf Rügen schätzt die Bundesregierung die Lage in Deutschland als „sehr ernst“ ein. Allerdings gebe es keinen Grund zur Panik, sagte Agrarminister Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch nach einer Sitzung des Krisenstabs Tierseuchenbekämpfung von Bund und Ländern. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) betonte, das Risiko für Menschen habe sich nicht erhöht. Die Vogelgrippe bleibe eine Tierseuche, die nur bei sehr engem Kontakt zu infizierten Tieren übertragen werden könne.

Seehofer hatte den Beginn der bundesweiten Stallpflicht für Geflügel schon am Dienstagabend auf Freitag vorverlegt. Die Eilverordnung gilt zunächst bis Ende April. Dann werde neu entschieden. Der Minister will an diesem Donnerstag im Bundestag eine Regierungserklärung zu dem Thema abgeben.

Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems hatte zuvor bestätigt, dass es sich auf Rügen um den gefährlichen Erreger H5N1 handelt. Auf Rügen wurden zahlreiche weitere tote Vögel geborgen. Auch in Brandenburg und Berlin wurden am Mittwoch tote Schwäne gefunden. Ob auch sie an der Vogelgrippe gestorben sind, ist ungeklärt.

Unklar ist, auf welchem Weg die Vogelgrippe nach Deutschland gelangt ist. Experten schließen nicht aus, dass der gefährliche Erreger H5N1 seit Monaten unentdeckt im Land ist. Wann sich die auf Rügen verendeten Schwäne angesteckt hätten, sei ungewiss, sagte der Leiter des Wilhelmshavener Instituts für Vogelforschung, Franz Bairlein. „Dieses aktuelle Phänomen hat offensichtlich nichts mit dem Vogelzug zu tun.“ Höckerschwäne gehören nicht zu den Zugvögeln. Entweder sie haben das Virus bereits monatelang in sich getragen, oder sie sind erst vor kurzem vor dem kalten Winter im Norden oder Osten an die Ostsee geflüchtet und haben das Virus mitgebracht. dpa/Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar