Politik : Vogelgrippe erreicht Berlin

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Berlin - Gut fünf Wochen nach dem ersten Auftreten der Vogelgrippe in Deutschland ist das Virus H5N1 erstmals in Berlin bei einem Wildvogel nachgewiesen worden. Ein Ehepaar aus Marzahn- Hellersdorf hatte den Mäusebussard auf seinem Grundstück entdeckt und die Feuerwehr benachrichtigt. Nach Auskunft der Gesundheitsverwaltung untersuchen Experten des nationalen Referenzlabors auf der Insel Riems jetzt, ob es sich um das aggressive asiatische Geflügelpest-Virus handelt, das auch für den Menschen gefährlich sein kann. Rund um den Fundort in Biesdorf wurde am Freitag eine Drei-Kilometer-Sperrzone ausgewiesen. Im Zehn-Kilometer-Umkreis wurden in Berlin und Brandenburg Schilder mit der Aufschrift „Geflügelpest Beobachtungsgebiet“ aufgestellt.

Das Ehepaar hatte den toten Greifvogel am vergangenen Sonntag auf der Terrasse seines Einfamilienhauses gefunden. Am Montag wurde das Tier zunächst im Berliner Institut für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen (ILAT) untersucht – und am Folgetag sofort ins Referenzlabor an die Ostsee geschickt. Bis das endgültige Untersuchungsergebnis zum Virustyp feststeht, können bis zu zehn Tage vergehen. Es bestehe keinerlei Grund zur Panik, sagte Berlins Gesundheitssenatorin Heidi Knake-Werner (Linkspartei): „Eine höhere Gefährdung für den Menschen ergibt sich aus dem Tierseuchenfall nicht.“ In Berlin gebe es auch keine Erkenntnisse über eine Infektion von Nutzgeflügel. Zum Schutz von Haustieren gilt aber innerhalb der Sperrzone ab sofort Leinenzwang für Hunde, Katzen dürfen nicht mehr hinaus ins Freie.kög

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