Vogelgrippe : EU-Minister beraten über Strategien

Die EU-Gesundheitsminister beraten sich heute und morgen über Maßnahmen zur Bekämpfung der Vogelgrippe. Unterdessen meldete Thailand das 13. Todesopfer durch die Krankheit.

London/Hamburg/Bangkok - Nach britischen Medienangaben vom Donnerstagmorgen wird auch EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou an dem informellen Treffen in Chandler's Cross im Norden Londons teilnehmen. Im Laufe des Tages wollen Kyprianou und die britische Gesundheitsministerin Patricia Hewitt über den Stand der Beratungen informieren.

Deutschland verhängte wegen der Vogelgrippe ein bundesweites Freilaufverbot für Geflügel. Auslöser war der erste Nachweis des gefährlichen Erregers H5N1 im europäischen Teil Russlands. Aus dem Gebiet südlich von Moskau gibt es Zugvogelrouten nach Deutschland. Bundesverbraucherminister Jürgen Trittin (Grüne) erließ am Mittwoch eine entsprechende Eilverordnung.

Das Bundesinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems geht von einem mäßigen bis hohen Einschleppungsrisiko für die Vogelgrippe nach Deutschland aus. Der Höhepunkt des Herbstzuges vom europäischen Teil Russlands nach Mitteleuropa sei vor allem für Wasservögel in der zweiten Oktoberhälfte generell überschritten, teilte das Friedrich- Loeffler-Institut am Mittwoch mit. Allerdings zögen noch verstärkt Wildgänse und Schwäne aus dem von der Vogelgrippe betroffenen Gebiet nach Westen. Bei seiner Bewertung stützt sich das Institut auf Daten verschiedener Vogelbeobachtungsstationen.

Unterdessen warnten die Vereinten Nationen (UN) nachdrücklich vor einem Übergreifen der Vogelgrippe auf den Nahen Osten und Ostafrika. «Eine der Hauptsorgen ist jetzt die mögliche Ausbreitung der Vogelgrippe durch Zugvögel ins nördliche und östliche Afrika», sagte Joseph Domenech, Veterinärexperte der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in Rom. Arme afrikanische Länder hätten größere Schwierigkeiten bei der Bekämpfung der Krankheit als europäische und asiatische Staaten.

Bei dem Mann aus der westlichen Provinz Kanchanaburi sei das aggressive Virus H5N1 nachgewiesen worden, teilte Regierungschef Thaksin Shinawatra am Donnerstag mit. Zuletzt war vor rund einem Jahr ein Mensch in Thailand an der Krankheit gestorben, die Ende 2003 ausgebrochen war. 21 der insgesamt 76 thailändischen Provinzen Thailands stehen wegen der Vogelgrippe unter besonderer Beobachtung der Gesundheitsbehörden. (tso/dpa)

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