Politik : Vogelgrippe nun in drei Bundesländern

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Berlin - Das Vogelgrippevirus H5N1 breitet sich immer weiter in Deutschland aus. Nach Mecklenburg-Vorpommern wurde der Erreger inzwischen auch bei Wildvögeln in Schleswig-Holstein und am Bodensee in Baden-Württemberg festgestellt. In Schleswig-Holstein wurde das Virus am Freitag bei zwei Wildenten entdeckt, am Bodensee bei Überlingen ebenfalls in einer Wildente. Für alle drei Tiere müssen virologische Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts noch klären, ob es sich um die aggressive Virus-Variante handelt.

Die Gesundheitsminister der EU wandten sich unterdessen gegen überzogene Befürchtungen. Die Bedrohung durch die Tierseuche sei eingrenzbar, sagte die österreichische Ministerin Maria Rauch- Kallat nach einem Sondertreffen mit ihren Amtskollegen in Wien. Ohne direkten Kontakt zu infizierten Vögeln bestehe praktisch kein Infektionsrisiko. In der EU gebe es bislang keinen einzigen Fall einer H5N1-Infektion in einem Haus- oder Nutzgeflügelbestand. Für Freitag wurde allerdings noch das endgültige Ergebnis für einen H5N1-Verdacht auf einer Putenzuchtfarm im französischen Departement Ain bei Lyon erwartet. In Wildvögeln wurde das Virus inzwischen in acht der 25 EU-Staaten nachgewiesen.

Nach einem „Spiegel“-Bericht sind auf Rügen wohl weit mehr Tiere an der Vogelgrippe gestorben als bisher angenommen. Die Zahl von 107 infizierten Vögeln beziehe sich nur auf 825 Proben, die vom Veterinäramt seit Ausbruch der Seuche zur Analyse gegeben wurden. Rund um die Ostseeinsel wurden jedoch im gleichen Zeitraum mehr als 2200 Tiere tot geborgen, räumte Landrätin Kerstin Kassner (PDS) ein. Die restlichen Tiere, meist Sing- und Höckerschwäne, seien gar nicht erst zur Untersuchung gegeben worden, sagte der Amtstierarzt des Landkreises, Bernd Nostitz. Dass viele der nicht untersuchten Vögel infiziert gewesen sein könnten, bezeichnete er als „durchaus wahrscheinlich“. ddp

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