Voigt als Nachfolger Apfels gehandelt : Ex-NPD-Chef vor Rückkehr an die Spitze?

Der Ex-Chef der rechtsextremen NPD, Udo Voigt, wird als Nachfolger Holger Apfels gehandelt. Dieser war am Donnerstag überraschend wegen eines Burnouts von seinem Posten zurückgetreten.

von
Voigt hatte 2011 den Posten des Parteichefs an Apfel verloren. Nun könnte er zurückkehren.
Voigt hatte 2011 den Posten des Parteichefs an Apfel verloren. Nun könnte er zurückkehren.Foto: dpa

In der NPD steht der ehemalige Vorsitzende Udo Voigt möglicherweise vor einem Comeback. Udo Pastörs, Vizechef der Partei und Vorsitzender der Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern, habe ihn gebeten, am Sonntag an der Sondersitzung des Präsidiums teilzunehmen, sagte Voigt am Freitag dem Tagesspiegel. Bei dem Treffen, offenbar in Frankfurt, soll ein kommissarischer Parteivorsitzender benannt werden. Am Donnerstag hatte der bisherige Amtsinhaber Holger Apfel überraschend seinen Rücktritt bekannt gegeben. Apfel gab auch den Vorsitz der Fraktion im sächsischen Landtag auf. Als Grund nannte ein Parteisprecher einen Burnout Apfels.

Voigt hatte 2011 auf einem Bundesparteitag in Neuruppin (Brandenburg) den Posten des Parteichefs an Apfel verloren. Seitdem ist Voigt weder im Präsidium noch im weiteren Vorstand der rechtsextremen Partei vertreten, sondern nur Bezirksverordneter in Berlin und stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands. Da lässt die Einladung an Voigt zur Sondersitzung des Präsidums aufhorchen. Sicherheitskreise vermuten, Pastörs habe mit Voigt „einen Deal“ vereinbart.

Pastörs und Voigt stehen für ungeschminkten Rechtsextremismus

Pastörs will 2014 bei der Europawahl als Spitzenkandidat der NPD antreten. Sollte die vom Bundestag beschlossene Drei-Prozent-Hürde fallen, wie es die NPD und andere Kleinparteien beim Bundesverfassungsgericht einzuklagen versuchen, würde Pastörs wohl ins EU-Parlament einziehen. Doch parallel die Partei zu führen und dazu noch die Fraktion in Schwerin, ist Pastörs offenbar zu viel.

Für eine Abmachung zwischen Pastörs und Apfel spricht auch ihre ideologische Nähe. Anders als Apfel, der mit einem Konzept der „seriösen Radikalität“ die Fassade der NPD aufhübschen wollte, stehen Pastörs und Voigt für ungeschminkten Rechtsextremismus. Die Fehde früherer Jahre scheint zudem überwunden zu sein. Pastörs war 2009 auf dem Bundesparteitag der NPD in Berlin gegen Voigt angetreten, konnte sich aber nicht durchsetzen. 2011 hatte Pastörs dann Apfel beim Sturz von Voigt unterstützt.

Unterdessen gerät Pastörs wegen des Verdachts finanzieller Mauscheleien seiner Fraktion unter Druck. Laut Landesrechnungshof von Mecklenburg-Vorpommern wurden 80 000 Euro Steuergelder veruntreut. Pastörs weist den Vorwurf zurück.

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

4 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben