Politik : Vom Arbeiter zum Investor

40 Jahre nach Unterzeichnung des Abkommens zur Anwerbung türkischer Arbeitnehmer hat Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) den Anteil der Türken am Wirtschaftserfolg Deutschlands gewürdigt. 55 000 türkische Firmen in Deutschland schafften Arbeits- und Ausbildungsplätze, sagte Schröder zum 40. Jahrestag des Abkommens am Dienstag. Sie belebten mit ihren innovativen Ideen den Wettbewerb mit einheimischen Betrieben.

"Die türkische Bevölkerung in Deutschland hat nicht nur in der Vergangenheit erheblich zum Erfolg der deutschen Wirtschaft beigetragen, sie hilft auch heute, diesen Wohlstand als Steuerzahler, Verbraucher, Investor und Unternehmer zu sichern", heißt in der Erklärung Schröders. Mit ihrer Kultur und Gastronomie bereicherten sie das Zusammenleben in Deutschland. Dabei verkenne er nicht, dass der "integrative Gedanke" stärker gefördert werden müsse.

Auch die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck (Grüne), bewertet die Zuwanderung von Türken nach Deutschland als Erfolg. Im Deutschland-Radio Berlin sagte sie am Dienstag einschränkend, wegen damaliger Versäumnisse gebe es heute noch Aufgaben zur Integration der Zugewanderten. Türkischstämmige Immigranten der zweiten und dritten Generation wiesen weiter Defizite an Deutschkenntnissen auf, da in der Vergangenheit die Sprachangebote gefehlt hätten.

Beck beklagte, dass es bei den Lehrern zu wenig Erfahrungen mit Deutsch als Zweitsprache gebe. Falls sich Deutschland künftig als Einwanderungsland verstehe, sei ein Umdenken erforderlich: "Dann muss vom Kindergarten bis zur Schule vieles umgekrempelt werden, denn wir haben es mit immer mehr Kindern zu tun, für die Deutsch nicht Muttersprache ist." Beck zufolge sind auch deutliche Signale aus der Gesellschaft an die Zuwanderer erforderlich, um die Bereitschaft zur Eingliederung zu erhöhen.

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