Politik : Vom Hanf zur Hose

Die FDP-Generalsekretärin Pieper wehrt sich – mit derben Worten

Esther Kogelboom

Cornelia Pieper hat es nicht leicht. Seit Wochen ist sie mal verhaltener, mal offensiver Kritik ausgesetzt. Am Montag hat sie derb zurückgeschlagen. Wolfgang Kubicki habe „nicht den Arsch in der Hose, einem direkt zu sagen, was er von einem hält“, sagte die FDP-Generalsekretärin während einer Pressekonferenz. Eigentlich sollte nur das Abschneiden der FDP bei der Brandenburger Kommunalwahl kommentiert werden. Doch nachdem Pieper den Wahl-Teil der Pressekonferenz hinter sich gebracht hatte, huschte ein Lächeln über das Gesicht der Generalsekretärin – ein Zeichen dafür, dass der wesentlich interessantere Teil beginnen sollte. „Jetzt noch ein persönliches Wort“, sagte Pieper. Und dann fiel schnell das A-Wort.

Der Kieler Bundestagsabgeordnete Kubicki hatte nach einer staatsanwaltlichen Durchsuchung in Piepers Haus wegen einer Cannabis-Pflanze den Rücktritt der Generalsekretärin verlangt. „Dieser Vorgang zeigt wieder einmal, wie naiv Frau Pieper ist. Sie ist liebenswert, aber in ihrer Funktion definitiv überfordert“, hatte Kubicki der „Bild“ gesagt. Kubicki gilt als einer der heftigsten Gegner Piepers innerhalb der FDP. Die Polizei hatte am Freitag im Garten von Piepers Haus in Halle Überreste einer Cannabis-Pflanze entdeckt. Pieper hatte zuvor dem „Stern“ gesagt, es handele sich um eine „Aufzucht“ ihres Sohnes Maximilian. Cornelia Pieper warf Kubicki weiter vor, seine Rücktrittsforderungen seien schon „Tradition“. Anschließend entschuldige er sich meist. In diesem Fall solle er sich aber die Frage stellen, ob es vertretbar sei, wegen eines schwebenden Verfahrens gegen ein Familienmitglied ihren Rücktritt zu fordern. Zur Sache wollte Pieper nichts sagen. Es müsse ihrer Familie möglich sein, ein Leben unabhängig von ihrem Amt zu führen.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, nutzte Piepers Worte für einen weiteren Angriff auf die Liberalen: „Wenn eine Partei, die sich offiziell für eine Liberalisierung des Umgangs mit Cannabis einsetzt, eine Hanfpflanze eines Politikerkindes zum Rücktrittsgrund hochzüchtet, muss der Laden schon ziemlich am Ende sein.“ Piepers Äußerungen zeigten, dass sie „selbst nicht unter dem eher entspannenden Einfluss von Cannabis“ stehe.

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