Politik : Von Fremdenhass und Ausbildungsdefiziten - Was noch im Bericht steht

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Der Bericht der Ausländerbeauftragten umfasst rund 300 Seiten. Im Folgenden soll der Blick auf zwei der vielen Themen des Berichts gelenkt werden. Zum einen auf die fremdenfeindlichen Straftaten, zum anderen auf die Ausbildungssituation ausländischer Schüler.

Die Gesamtzahl fremdenfeindlicher Straftaten in Deutschland ist von 1997 auf 1998 von 2643 auf 2953 Fälle gestiegen. Fremdenfeindliche Straftaten werden von der Polizei als Untergruppe rechtsextremistischer Straftaten erfasst, auch wenn nur ein Teil der Täter diesem Umfeld entstammt. Unter den rechtsextremistischen Gewalttaten stellen diejenigen mit fremdenfeindlicher Motivation den größten Anteil.

Auffällig ist, dass in vielen Bundesländern mit eher niedrigem Anteil ausländischer Bevölkerung die Zahl der Straftaten recht hoch ist. An der Spitze liegt zwar Nordrhein-Westfalen mit 652 Straftaten 1998 bei einem Ausländeranteil von 11,2 Prozent, gefolgt von Baden-Württemberg (338/12,3 Prozent) und Bayern (257/9,2 Prozent), doch dann folgt bereits Niedersachsen mit 258 Straftaten bei nur 6,1 Prozent Ausländeranteil und Mecklenburg-Vorpommern mit 198 Straftaten bei 1,4 Prozent Ausländeranteil. In Berlin sind 1998 bei 14 Prozent Ausländeranteil 96 fremdenfeindliche Straftaten registriert worden.

Die Unterschiede im Schulbesuch von deutschen und nichtdeutschen Schülern zeigen sich auch in der Entwicklung der Schulabschlüsse. 1997 beendeten 42,7 Prozent der ausländischen Schüler eine allgemeinbildende Schule mit dem Hauptschulabschluss und 28,1 Prozent mit der mittleren Reife. Deutsche Schulabgänger verließen zu 40,9 Prozent die Schule mit einem Realschulabschluss und zu 25,2 Prozent mit einem Hauptschulabschluss. Rund jeder vierter deutsche, aber nur jeder elfte ausländische Absolvent erreichte die Hochschulreife (25,5 zu 9 Prozent). 19,4 Prozent der ausländischen Schüler verließen 1997 die Schule ohne Abschluss, bei den Deutschen waren es nur 7,7 Prozent.

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