Politik : Von Rechts wegen

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Die israelische Regierung beansprucht für sich das Recht, Urheber und Hinterleute von Anschlägen auf Israelis liquidieren zu lassen. Gegen diese Auffassung stehen die Regeln des humanitären Völkerrechts. Es verbietet, unbewaffnete Zivilisten militärisch gezielt anzugreifen. Deren „Tötung jeder Art“ ist nach der Genfer Konvention von 1949 untersagt. Selbst ein „Kombattant“ darf nur angegriffen werden, wenn er sich etwa bewaffnet als solcher zu erkennen gibt und „unmittelbar“ an Feindseligkeiten teilnimmt. Eine „Hinrichtung“ ohne Verfahren untersagt der internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte von 1966, den auch Israel ratifiziert hat. Tel Aviv sieht sich dennoch im Recht: Es argumentiert, die Angegriffenen seien wegen Attentatsvorbereitungen als „Zeitbomben“ zu betrachten. dpa

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