Politik : Von Schlangen und anderen Rettern

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In Kalutara an der Westküste Sri Lankas starben nach Angaben von Bewohnern mehr als 100 Menschen, als sich die Riesenwelle durch den Ort rund 40 Kilometer südlich von Colombo fraß. „Die kleinen Häuser am Strand wurden wie Spielzeug durch die Luft geschleudert“, berichtet die 56jährige Anula Perera, die 800 Meter vom Strand entfernt wohnt. Besonders nahe geht ihr das Schicksal einer Nachbarfamilie. Der Vater hatte verzweifelt nach seinem einjährigen Kind gesucht, konnte es aber nirgends entdecken. „Nachbarn haben das Kind und alle anderen Familienmitglieder gerettet. Aber der 37-jährige Vater ist tot. Er starb an einer Herzattacke, weil er dachte, sein Baby sei tot“, erzählt Anula Perera. mue

Eine Schlange inmitten der Fluten hat einer jungen Frau aus Indonesien und zwei neun Jahre alten Zwillingen das Leben gerettet. Deren schwer verletzte Mutter bat die 26-jährige Verkäuferin Riza aus einem Dorf in der Nähe der indonesischen Provinzhauptstadt Banda Aceh in Panik, ihre Kinder zu retten. Da habe sie die Zwillinge huckepack genommen und versucht, sich mit ihnen durch die Fluten zu kämpfen, berichtete Riza. Mit einem Mal habe sie eine riesengroße Schlange durch das Wasser gleiten sehen und sei ihr ohne zu überlegen gefolgt. Das Tier habe sie an Land geführt, wo sie sich schließlich auf festen Boden retten konnten. AFP

Selbst das bitterarme Bangladesch hat Hilfe nach Sri Lanka und auf die Malediven geschickt. Es handele sich um zwei Hubschrauber und eine Flugzeugladung unter anderem mit Medikamenten und Trinkwasser, teilten die Behörden in der Hauptstadt Dhaka am Donnerstag mit. Bangladesch entsende außerdem zehn Mediziner-Teams nach Sri Lanka. Zudem würden Soldaten nach Sri Lanka und auf die Malediven geschickt. Bangladesch ist eines der ärmsten Länder der Welt und wird regelmäßig von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen heimgesucht. dpa

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