Politik : Vor 60 Jahren wurden Teilung – und Einheit beschlossen

Koblenz - Die dreitägige Konferenz, die vor 60 Jahren, vom 8. bis 10. Juli 1948, im Berghotel Rittersturz hoch über Koblenz stattfand, ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Immerhin wurde dabei von den elf westdeutschen Ministerpräsidenten das Zusammengehen der drei westlichen Besatzungszonen beschlossen und damit die de facto bereits bestehende Teilung Deutschlands in einen demokratischen und einen kommunistischen Teil festgeschrieben, freilich, ohne das Ziel der Einheit aufzugeben.

Anders als bei der ersten – und letzten – gemeinsamen Konferenz aller deutschen Ministerpräsidenten 1947 in München waren diesmal die Vertreter der sowjetischen Zone nicht mehr dazugebeten worden. Die drei Westalliierten hatten ihrerseits vor dem Treffen eigene Vorstellungen über eine Rückübertragung von Souveränitätsrechten an die Deutschen formuliert. Den Ministerpräsidenten war durchaus bewusst, dass das Eingehen darauf und die Bildung der später sogenannten Trizone das endgültige Ziel der nationalen Einheit zugunsten schneller deutscher Mitsprache im Westen aufgab. Bei der Frage der Neugliederung des Westens beschäftigten sich die elf lange mit einem zuvor im Tagesspiegel veröffentlichten Plan (siehe Karte). Dieser hatte idealistisch die Grenzen der Besatzungszonen negiert, um funktionsfähige Wirtschaftseinheiten zu schaffen. Die heutige Länderkarte zeigt, dass es am Ende dann doch anders kam.Tsp

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