Politik : Vor Abzug der israelischen Armee ein Treffen mit Vertretern Israels gefordert

Palästinenserpräsident Jassir Arafat hat die Landkarten mit genauen Angaben zur nächsten Abzugsetappe der israelischen Armee aus dem Westjordanland erhalten. Arafat habe sich aber geweigert, die Karten abzusegnen, sondern wollte sich zunächst noch einmal mit Vertretern Israels treffen, wie ein palästinensischer Offizieller der Nachrichtenagentur AFP sagte. Anderen palästinensischen Angaben zufolge entsandte der israelische Ministerpräsident Ehud Barak angesichts dieser unerwarteten Schwierigkeiten umgehend einen Sonderbeauftragten, der in Gaza mit Arafat zusammengekommen sei. Der Grund für die Haltung Arafats war zunächst nicht bekannt.

Das israelische Kabinett hatte die Karten am Mittwoch genehmigt. Der Abzug soll nach bisheriger Planung am Montag erfolgen. Die Palästinenser erhalten dann die volle Kontrolle über weitere zwei Prozent des Westjordanlands, in weiteren drei Prozent sollen sie die Verwaltung von Israel übernehmen. Es ist die zweite von drei Abzugs-Etappen, die im Abkommen von Scharm el Scheich festgelegt worden waren.

Israelische Regierungsvertreter wiesen unterdessen die Vorwürfe der Ehefrau Arafats, Israel verseuche das Westjordanland mit Giftgas, scharf zurück. Wohnungsbauminister Izchak Levy forderte, den für Montag geplanten Rückzug der Armee aus weiteren Teilen des Westjordanlandes zu verschieben. Aus dem Büro des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak verlautete, die Bemerkungen von Suha Arafat seien "unangebracht" und "fern der Realität".

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