Politik : Vor Atomgesprächen: USA und Nordkorea bleiben hart

-

Peking Japan und Südkorea locken mit Wirtschaftshilfen. China setzt auf Diplomatie. Die USA machen politisch Druck. Bei den Sechs-Nationen-Gesprächen diese Woche in Peking soll Nordkorea erneut zur Aufgabe seines umstrittenen Atomprogramms bewegt werden. Ein Durchbruch in den viertägigen Gesprächen ist jedoch unwahrscheinlich.

Auch vor der dritten Verhandlungsrunde sind die Positionen in dem Atomstreit festgefahren. Deutlich wurde dies in den vorbereitenden Arbeitsgesprächen, die am Montag in Peking begannen. Nordkorea sei nur dann zur Einfrierung seines Atomprogramms bereit, wenn die USA dem Land zuvor Wirtschaftshilfen und Sicherheitsgarantien zusichern, erklärte der Vertreter Pjöngjangs. Die USA pochen auf eine umgekehrte Reihenfolge: Pjöngjang müsse sein Atomprogramm „vollständig, überprüfbar und unumkehrbar“ beseitigen. Erst dann will Washington mit dem Regime über wirtschaftliche und sicherheitspolitische Fragen reden.

Die Formulierungen zeigen das tiefe Misstrauen, mit dem sich die USA und Nordkorea ein halbes Jahrhundert nach dem Koreakrieg begegnen. Keine der beiden Seiten wagt den ersten Schritt zu tun. Washington fürchtet, bei einem Kompromiss erneut von Pjöngjang hintergangen zu werden: 1994 hatten beide Länder einen Vertrag zur Einfrierung des nordkoreanischen Atomprogramms geschlossen. Nordkorea nahm die vereinbarten Erdöl- und Hilfslieferungen entgegen, heimlich ließ das Regime seine Wissenschaftler jedoch weiter Atombomben entwickeln. Statt einer „Einfrierung“ verlangt Washington nun eine durch internationale Kontrollen überwachte vollständige „Beseitigung“ aller Nuklearanlagen.

Ähnlich misstrauisch ist man in Pjöngjang. Nordkoreas Führer Kim Jong Il, der sich im eigenen Land als „lieber Führer“ anreden lässt, sieht sein Regime nach Afghanistan und dem Irak als mögliches nächstes Opfer der US-Regierung. US-Präsident George W. Bush habe Nordkorea als Teil der „Achse des Bösen“ eingestuft und wolle Nordkoreas System stürzen, heißt es in Pjöngjang.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben