Politik : Vor dem Klimagipfel: Keine Chance für Sonne und Wind

Malte Lehming

Die Regierung von US-Präsident George W. Bush wird in dieser Woche gleich an zwei Fronten die globale Umweltpolitik bekämpfen. Zum einen haben die USA unmittelbar vor Beginn des UN-Klimagipfels in Bonn ihre Ablehnung des Kyoto-Vertrags zur Reduzierung der Treibhausgase bekräftigt. Zum anderen wurde jetzt bekannt, dass das Weiße Haus bereits seinen Widerstand gegen ökologische Vorschläge angekündigt hat, die auf dem Jahrestreffen der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G 8) in Genua verabschiedet werden sollten. In Genua sollte es darum gehen, Subventionen für fossile Brennstoffe wie Erdöl oder Kohle in den Industriestaaten abzubauen und stattdessen erneuerbare Energien besser zu fördern.

Zum Thema Rückblick: Der gescheiterte Klimagipfel in Den Haag Unter anderem sahen die Pläne vor, etwa einer Milliarde Menschen dabei zu helfen, Wind, Wasser und Sonne zu nutzen, um ihren Energiebedarf zu decken. Wie die "New York Times" berichtete, lehnt das Weiße Haus diese Pläne rigoros ab. Von ihrer harten Haltung werden die Vereinigten Staaten auch bei dem UN-Klimagipfel in Bonn nicht abweichen. Bush verkündete zwar die Finanzierung einiger zusätzlicher Studien zur globalen Erderwärmung, blieb aber bei seiner grundsätzlichen Ablehnung des Kyoto-Protokolls.

EU-Umweltkommissarin Margot Wallström bezeichnet das Verhalten der USA als "unfair gegenüber dem Rest der Welt". Der Chef des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, warnt, dass die weltweiten Durchschnittstemperaturen dramatisch ansteigen könnten, "wenn nicht sofort gehandelt wird". Im Gegensatz zu den USA ist Deutschland beim Klimaschutz auf dem richtigen Weg, sagt der Energie-Experte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Joachim Ziesing. Allerdings müssten die Bemühungen der Regierung noch intensiviert werden. Sonst verfehle Deutschland sein Klimaschutzziel bis 2005.

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