Vor der Beerdigung Brahmis : Autobombe explodiert mitten in Tunis

Der tunesische Oppositionspolitiker Mohammed Brahmi war am Donnerstag vor seinem Haus erschossen worden. Er wird am Samstag beigesetzt. Kurz vorher detonierte eine Autobombe mitten in der Stadt Tunis. Es wurde niemand verletzt - allerdings gab es im Süden des Landes einen Toten.

Am Samstag detonierte mitten in der Stadt Tunis eine Autobombe, kurz vor dem Staatsbegräbnis für den ermordeten Oppositionspolitiker Brahmi. Foto: AFP
Am Samstag detonierte mitten in der Stadt Tunis eine Autobombe, kurz vor dem Staatsbegräbnis für den ermordeten...Foto: AFP

Wenige Stunden vor der Beerdigung des ermordeten tunesischen Oppositionspolitikers Mohammed Brahmi ist am Samstag in der Hauptstadt Tunis eine Autobombe explodiert. Der Sprengsatz sei in einem Polizeifahrzeug versteckt gewesen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Bei dem Anschlag nahe einer Polizeiwache im Stadtteil Goulette sei niemand verletzt worden.

Brahmi soll am Samstag neben dem Grab des im Februar ermordeten Oppositionspolitikers Chokri Belaid beerdigt werden. Präsident Moncef Marzouki hat ein Staatsbegräbnis angeordnet. Nach Angaben von Innenminister Lotfi Ben Jeddou wurden die beiden Politiker mit derselben Waffe erschossen. Der Minister machte eine radikale Salafistengruppe für die Attentate verantwortlich.

Die Ermordung Brahmis hat im ganzen Land Demonstrationen von Anhängern und Gegnern der moderat-islamistischen Regierung ausgelöst. Dabei kam in der Stadt Gafsa im Süden des Landes ein Demonstrant ums Leben. Seit dem Sturz des Machthabers Zine al-Abidine Ben Ali im Januar 2011, der den sogenannten Arabischen Frühling einleitete, haben die Spannungen zwischen Islamisten und der weltlich orientierten Opposition stetig zugenommen. Seit dem Sturz des islamistischen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi wurden auch die Rufe in Tunesien nach Absetzung der Regierung lauter.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle nannte das Attentat gegen Brahmi einen Anschlag auf die junge Demokratie Tunesiens und forderte eine rasche Aufklärung. “Es darf kaltblütigen Mördern nicht gelingen, den Weg der demokratischen Transformation im neuen Tunesien aus den Angeln zu heben und die Errungenschaften der Revolution aufzugeben“, erklärte der Minister in Berlin. (rtr)

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