Vor Merkel-Besuch in Südosttürkei : Erneut Tote bei Raketeneinschlag in Kilis

Bei einem Raketeneinschlag in Kilis unweit der syrischen Grenze sind zwei Türken ums Leben gekommen. Das Flüchtlingscamp, in das Merkel morgen reist, ist nur 30 Autominuten entfernt.

In Kilis leben schätzungsweise 130.000 Flüchtlinge aus Syrien.
In Kilis leben schätzungsweise 130.000 Flüchtlinge aus Syrien.Foto: Uygar Onder Simsek/dpa

Einen Tag vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel im südosttürkischen Gaziantep sind bei Raketeneinschlägen in der Nachbarprovinz Kilis mindestens zwei Türken getötet worden. Drei Türken und ein Syrer seien verletzt worden, teilte das Büro des Provinzgouverneurs mit. Insgesamt vier Geschosse hätten am Freitag Kilis-Stadt an der syrischen Grenze getroffen. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, die Raketen seien aus einer nordsyrischen Region unter Kontrolle der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) abgeschossen worden.

Erst am Montag waren bei Raketeneinschlägen in Kilis mindestens vier Syrer getötet worden, darunter drei Kinder. Kilis gehört zu den Regionen mit den meisten syrischen Flüchtlingen in der Türkei. In der Grenzstadt Kilis kommen nach offiziellen Angaben inzwischen 130.000 Flüchtlinge auf 90.000 türkische Bewohner.

Kilis und Gaziantep liegen nur 30 Autominuten voneinander entfernt.
Kilis und Gaziantep liegen nur 30 Autominuten voneinander entfernt.Foto: null

Bundeskanzlerin Merkel, EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans fliegen am Samstag in die an Kilis angrenzende Provinz Gaziantep, die nur 30 Autominuten von Kilis entfernt ist. Dort besuchen sie gemeinsam mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu unter anderem ein Flüchtlingscamp. Ursprünglich sollte die Reise eine Woche früher stattfinden und nach Kilis führen. Dieses Vorhaben wurde aber unter anderem wegen der Gefahrenlage gestrichen. (dpa)

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