Politik : Vor Parteitag: Sozialdemokraten bei 29 Prozent

Jeder zweite SPD-Anhänger hofft, dass Müntefering als Vorsitzender die Krise beendet / Angst vor Terroranschlägen wächst

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POLITBAROMETER

Für das Politbarometer im Auftrag von ZDF und Tagesspiegel hat die Forschungsgruppe Wahlen vom 15. bis 18. März 1230 Bürger befragt.

Kurz vor ihrem Sonderparteitag hat die SPD ihren Abwärtstrend offenbar gestoppt. Nach dem Politbarometer kämen die Sozialdemokraten – wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre – auf 29 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt mehr als vor zwei Wochen. Die Union verlor einen Punkt auf 48 Prozent. Unverändert blieben die Grünen bei 10, die FDP bei 5 und die PDS bei 4 Prozent. Das bedeutet weiterhin eine sichere Mehrheit für eine schwarz- gelbe Koalition; zudem könnte die Union wohl alleine regieren, wenn die Freidemokraten knapp unter der Fünfprozentmarke blieben.

24 Prozent der Bürger glauben, dass SPD-Fraktionschef Franz Müntefering ein besserer Parteichef sein wird als Kanzler Gerhard Schröder, der das Amt abgibt. 35 Prozent sehen keinen Unterschied. Von den SPD-Anhängern heißen 31 Prozent den Wechsel gut, 53 Prozent sehen in der Wahl eines neuen Vorsitzenden einen Ausweg aus der Krise der Partei. Unter allen Befragten dagegen glauben das nur 28 Prozent.

Die Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten, Horst Köhler und Gesine Schwan, sind einem Viertel der Bevölkerung nicht bekannt. Von allen Befragten sprachen sich 36 Prozent für Köhler aus, 26 Prozent für Schwan (siehe Grafik). Bei den Anhängern von Union und FDP hat Köhler eine Mehrheit, bei den SPD-Anhängern sind nur 42 Prozent für die rot-grüne Kandidatin Schwan.

Ein Jahr nach Beginn des Irakkriegs hat sich die Ablehnung der Deutschen nicht verändert. 77 Prozent halten es für falsch, dass die USA und ihre Verbündeten militärisch im Irak vorgegangen sind. Nur 19 Prozent sind anderer Meinung. Nur zehn Prozent der Bürger meinen, dass der Nahe Osten dauerhaft befriedet wird, 88 Prozent erwarten dies nicht. Nach den Anschlägen von Madrid erwartet jeder zweite Befragte, dass es auch in Deutschland zu Attentaten kommt. Tsp

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