Vor Treffen mit Karsai : Obama schließt vollständigen Rückzug aus Afghanistan nicht aus

Wenige Tage vor einem Treffen mit Afghanistans Staatschef Hamid Karsai hat US-Präsident Barack Obama den vollständigen Abzug der US-Truppen vom Hindukusch nicht ausgeschlossen. Der US-Präsident will jedes Szenario nach 2014 in Betracht ziehen.

Hamid Karsai und Barack Obama hier bei einem Treffen im Mai 2012.
Hamid Karsai und Barack Obama hier bei einem Treffen im Mai 2012.Foto: Reuters

Obamas stellvertretender Sicherheitsberater Ben Rhodes sagte am Dienstag in Washington, der Präsident würde auch ein Szenario in Betracht ziehen, bei dem keine US-Soldaten nach dem offiziellen Ende der Kampfmission in Afghanistan stationiert blieben.

Die USA und ihre Nato-Verbündeten haben mit der afghanischen Regierung vereinbart, dass alle ausländischen Kampftruppen bis Ende 2014 das Land verlassen. Nach der vollständigen Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die einheimischen Kräfte sollen einem zwischen Washington und Kabul geschlossenen Partnerschaftsabkommen zufolge US-Soldaten aber weiterhin afghanische Truppen ausbilden und in den Kampf gegen Extremisten eingreifen. Über die weitere US-Präsenz am Hindukusch wird derzeit verhandelt.

Obama und Karsai wollen am Freitag in Washington über den Übergangsprozess und die künftige Stärke der US-Truppen beraten. In den vergangenen Tagen hatten US-Medien über eine Reihe von Szenarien berichtet, darunter auch der vollständige Rückzug aus Afghanistan.

Dem „Wall Street Journal“ zufolge erarbeitete das Pentagon auf Wunsch des Weißen Hauses Vorschläge für eine deutlich stärkere Truppenreduzierung als ursprünglich angedacht. Die USA könnten demnach 3000, 6000 oder 9000 Soldaten im Land belassen. Der US-Oberkommandierende in Afghanistan, General John Allen, habe dagegen eine Truppenstärke von 6000 bis 15.000 Soldaten empfohlen, hieß es. Derzeit sind noch rund 66.000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert, hinzu kommen etwa 34.000 Soldaten aus anderen Nato-Ländern. (AFP)

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