• Vorstoß von Horst Seehofer: CSU-Chef soll künftig wieder im Bundeskabinett vertreten sein

Vorstoß von Horst Seehofer : CSU-Chef soll künftig wieder im Bundeskabinett vertreten sein

Horst Seehofer will den Einfluss seiner Partei in Berlin vergrößern - und den CSU-Chefposten künftig an ein Ministeramt in Berlin koppeln.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer.
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer.Foto: dpa

Nach dem Willen von CSU-Chef Horst Seehofer soll künftig der Parteivorsitzende der Christsozialen wieder am Kabinettstisch in Berlin sitzen. Seehofer kündigte Medienberichten zufolge in einer internen Runde an, dass spätestens nach der Bundestagswahl im kommenden Jahr der dann amtierende CSU-Chef zugleich einen Ministerposten im Bund inne haben sollte.

Seehofer habe bei einem Treffen mit den einflussreichen CSU-Bezirksvorsitzenden am vergangenen Freitag auch nicht ausgeschlossen, dass bereits in der noch laufenden Legislaturperiode der CSU-Vorsitzende einen Ministerposten im Bund übernehmen könne, berichtete der "Münchner Merkur" am Donnerstag.

Mit den Äußerungen, über die auch die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, befeuert Seehofer erneut die Personalspekulationen bei den Christsozialen. Kürzlich hatte er nach einer CSU-Vorstandsklausur nicht ausgeschlossen, selbst als Spitzenkandidat zur Bundestagswahl anzutreten. Allerdings wollte Seehofer bisher bis zur nächsten Landtagswahl 2018 Ministerpräsident bleiben und sich dann zurückziehen. Es wird auch darüber spekuliert, dass Seehofer einen seiner bundesweit bekannten Landesminister Markus Söder (Finanzen) und Joachim Herrmann (Innen) nach Berlin schicken wolle.

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CSU-Chef Seehofer heizt Personalspekulationen an
CSU-Chef Seehofer heizt Personalspekulationen an

Starker Vertreter in Berlin

Laut "Münchner Merkur" bewegt Seehofer die Idee, die Christsozialen durch einen möglichst starken Vertreter in Berlin vom Ansehensverlust von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) durch ihre Flüchtlingspolitik abzukoppeln. In der CSU galt zuletzt das auch von Seehofer praktizierte Modell, wonach der CSU-Vorsitzende gleichzeitig auch bayerischer Ministerpräsident ist, am erfolgreichsten. Unter der Doppelspitze aus Günther Beckstein als Ministerpräsident und Erwin Huber als CSU-Chef hatten 2008 die Christsozialen nach Jahrzehnten ihre absolute Mehrheit in Bayern verloren.

Zudem laufen in den Berliner Koalitionsregierungen die Entscheidungen über die wichtigen Fragen immer über die jeweiligen Parteichefs. Derzeit muss Seehofer zu den Koalitionsgipfeln - wie am Donnerstag in Berlin - stets eigens anreisen. Zuletzt saßen Theo Waigel und Franz Josef Strauß als CSU-Chefs im Bundeskabinett. (AFP)

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