Vorwahlen in Pennsylvania : Die Fronten werden härter

Zwei Tage vor den nächsten Vorwahlen der US-Demokraten haben sich die Senatoren Barack Obama und Hillary Clinton im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania bissige Fernduelle geliefert. Dort hat Clinton gute Chancen, aber landesweit baut Obama seinen Vorsprung aus.

PhiladelphiaBei der wichtigen Vorwahl im US-Bundesstaat Pennsylvania an diesem

Dienstag liegt Clinton laut den Umfragen mit rund 47 Prozent rund fünf Prozentpunkte vor Obama. Beide Politiker suchten am Wochenende vor der Entscheidung auf zahlreichen Wahlkampfveranstaltungen noch einmal die Offensive. Auch die persönlichen Angriffe nahmen zu. Clinton machte sich in York über Obamas Klagen lustig, seine Worten seien verdreht und ausgeschlachtet worden. "Wer die Hitze nicht verträgt, soll die Küche verlassen", lästerte die Senatorin über die angebliche Überempfindlichkeit Obamas in dem aufgeheizten Wahlkampf. Es gehe in "dieser historischen Stunde" nicht um "schönes Reden", sondern darum, "die Probleme anzugehen und erfolgreich zu lösen", sagte die derzeit besonders angriffslustige Ex-First-Lady. Obama wiederum spottete über das "alte politische Spiel" und die hässlichen "politischen Mechanismen" Washingtons, die verhinderten, dass im Zentrum des Wahlkampfs die Debatte über Sachthemen wie den Irakkrieg, die Steuerpolitik oder die Gesundheitsprobleme stehe.

"Taktik der verbrannten Erde"

Der 46-Jährige beschuldigte Clinton einer "Taktik der verbrannten Erde". Zudem wechsle sie ständig ihre politischen Positionen, beispielsweise bei Handelsfragen oder auch dem Irakkrieg. Clinton glaube, "man könne das Spiel in Washington nicht ändern, (...) sie hat viele Strategien und Taktiken verinnerlicht, die Washington zu einem elenden Platz gemacht haben", sagte Obama in Paoli. In Philadelphia sprach Obama am Freitagabend vor über 35.000 Menschen, die bisher größte Veranstaltung in diesem Wahlkampf. Unter dem Druck sinkender parteiinterner Umfragewerte warb Clinton vor rund 400 Anhängern in einer Feuerwache in West Chester um Stimmen.

Zwar liegt der schwarze Senator in Umfragen in Pennsylvania hinter Clinton, aber nicht so weit, dass die Senatorin auf den dringend benötigten triumphalen Sieg hoffen könnte, der ihrer Kampagne wieder Auftrieb geben könnte. Bei der Wahl in Pennsylvania benötigt Clinton einen deutlichen Sieg, um ihre Chancen im Kampf um das Weiße Haus zu wahren. Derzeit hat Obama 1644 und Clinton 1498 Delegierte auf dem Nominierungsparteitag Ende August in Denver hinter sich. 2025 werden für die Nominierung benötigt. In Pennsylvania geht es um 158 Delegiertenstimmen.

Es geht um 158 Delegiertenstimmen

Eine weitere Bürde für Clinton ist eine neue Umfrage des Magazins "Newsweek", wonach Obama in der Zustimmung unter demokratischen Parteianhängern landesweit um 19 Prozentpunkte vor Clinton liegt. 54 Prozent der Demokraten wollen demnach Obama als Präsidenten, nur 35 Prozent Clinton. Im März lagen beide Politiker dagegen noch fast gleichauf. Die meisten US-Umfragen sehen Obama landesweit noch immer deutlich - mit durchschnittlich über sieben Prozentpunkten - in Führung.

Die ehemalige First-Lady verlor zudem am Wochenende erneut einen wichtigen Vertrauten des Clinton-Lagers. Ex-Arbeitsminister Robert Reich war bereits das fünfte Kabinettsmitglied des früheren Präsidenten Bill Clinton, das sich entschloss, künftig Obama zu unterstützen. Auch die angesehenen demokratischen Ex-Senatoren Sam Nunn und David Boren entschieden sich am Wochenende, den Senator aus Illinois zu unterstützen. (ps/AFP/dpa)  

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