Politik : Vorwürfe gegen Verleger: Iranischer Journalist in Einzelhaft verlegt

Der inhaftierte iranische Journalist Maschallah Schamsolwaesin ist offenbar in Einzelhaft verlegt worden. Die Ehefrau des seit April im Gefängnis von Ewin einsitzenden Chefredakteurs der inzwischen verbotenen Zeitung "Neschat" habe durch Mithäftlinge von der Isolierung ihres Mannes erfahren, berichtete die Zeitung "Haiat-e-No" am Dienstag. Die genauen Gründe für die Haftverschärfung blieben jedoch zunächst unbekannt. Die Ehefrau vermutete, dass dies an einem neu erhobenen Vorwurf gegen ihren Mann liegen könnte.

Am Montag hatte die konservative Justiz gegen drei Journalisten, unter ihnen auch Schamsolwaesin, eine Strafverfolgung wegen ihrer Tätigkeit als Leiter einer Verlagsgesellschaft angekündigt, die mehrere inzwischen verbotene, reformorientierte Zeitungen herausgab. Die Gesellschaft habe finanzielle Hilfe von der oppositionellen iranischen Befreiungsbewegung erhalten, lautete der Vorwurf. Schamsolwaesin war vom Obersten Gerichsthof wegen seiner Artikel in der Zeitung "Neschat" zu zweieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden.

Seit April stellte die von Konservativen dominierte iranische Justiz mehr als 20 Reformer-Publikationen ein und ließ mehrere Journalisten verhaften. Im Mai hatte das Parlament ein restriktives Pressegesetz verabschiedet, das den Medien verbietet, die iranische Verfassung zu kritisieren.

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