VORWURF DER FÄLSCHUNG : Mobile Urnen und zu schnelle Ergebnisse

Der Vorwurf der Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl im Iran stützt sich auf mehrere Indizien. Ungewöhnlich ist zunächst, dass das Wahlergebnis noch am Abend des Wahltages bekannt gegeben und vom obersten Religionsführer Ali Chamenei abgenickt wurde. Dabei blieb das Ergebnis für Ahmadinedschad konstant, egal um welche Region es sich handelte. Eigentlich war mit der Bekanntgabe des Ergebnisses am Sonnabend gerechnet worden. Normalerweise gibt es eine Frist von drei Tagen, in der Einspruch eingelegt werden kann, bevor das Ergebnis vom Religionsführer als offiziell verkündet wird.

Auch Teilergenisse machten stutzig: So soll der aussichtsreichste Herausforderer, Mir-Hossein Mussawi, selbst in seiner Heimatprovinz Azerbeijan und deren Hauptstadt Tabriz gegen Mahmud Ahmadinedschad verloren haben. In der Vergangenheit haben die Menschen hier selbst unbekannteste Kandidaten gewält, wenn sie ihrer jeweiligen Volksgruppe angehörten. Das gleiche gilt für den Geistlichen Karrubi: Er soll selbst in seiner Heimatprovinz Luristan sehr schlecht abgeschnitten haben und landesweit nur ein Prozent der Stimmen erhalten haben. 2005 hatte er landesweit noch 17 Prozent auf sich vereinen können.

Außerdem waren diesmal etwa rund 30 Prozent der Wahlurnen mobil und ohne jegliche Kontrolle. Während in Hochburgen der Herausforderer die Stimmzettel teilweise nicht ausreichten, wurden angeblich mehrere Millionen mehr Wahlzettel als nötig gedruckt. Bei der Stimmzählung waren keine Anhänger der Gegenkandidaten dabei.an

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